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Selbständig ohne Rentenkasse – wie viel zusätzliche Absicherung braucht man?

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Thomas-Berger
Beiträge: 29
Themenstarter
(@thomas-berger)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen
[#55]

Hallo zusammen,

ich bin seit einigen Jahren selbständig und zahle nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein – das ist ja bei vielen Selbständigen so, sofern man nicht in einem versicherungspflichtigen Bereich tätig ist. Im Prinzip bin ich damit komplett auf mich allein gestellt, was die Altersvorsorge angeht.

Jetzt plane ich, das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 zu nutzen – das erscheint mir sinnvoll, allein schon wegen der staatlichen Förderung. Aber ich frage mich, ob das wirklich ausreicht oder ob ich als Selbständiger grundsätzlich noch zusätzliche Schichten aufbauen sollte. Also z.B. ein normales ETF-Depot parallel dazu, oder vielleicht doch noch eine private Rentenversicherung obendrauf?

Das Thema beschäftigt mich gerade besonders, weil ich die ruhigere Urlaubszeit im Sommer nutzen will, um meine Finanzen endlich systematisch zu überblicken. Bisher hab ich das immer vor mir hergeschoben.

Konkret würde mich interessieren:
– Wie geht ihr als Selbständige das Thema an?
– Reicht das geförderte Depot als Hauptsäule oder eher als Ergänzung?
– Gibt es Faustformeln, wie viel Prozent des Einkommens man ungefähr zurücklegen sollte, wenn man keine gesetzliche Rente bekommt?

Bin kein Finanzprofi, also bitte nicht zu technisch. Freue mich über ehrliche Einschätzungen aus der Praxis.

Viele Grüße,
Thomas


2 Antworten
TomStock_99
Beiträge: 6
(@tomstock_99)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Gute Frage, die ich mir auch schon gestellt habe. Kurz gesagt: Das Altersvorsorgedepot allein wird für Selbständige ohne GRV meiner Meinung nach nicht reichen – zumindest nicht als einzige Säule.

Der jährliche Förderhöchstbetrag ist ja begrenzt, und wenn man z.B. 30+ Jahre keine Rentenpunkte ansammelt, klafft da eine enorme Lücke. Das Depot ist super als steuerlich geförderter Baustein, aber es kann die fehlende GRV rechnerisch nur teilweise kompensieren, je nach Einzahlhöhe und Rendite.

Ich plane selbst, das Depot 2027 mit einem normalen ETF-Sparplan zu kombinieren – ohne Förderung, dafür flexibler in der Entnahme. Für die Planung hab ich hier mal geschaut, welche Tools dabei helfen können – gerade für Selbständige mit unregelmäßigem Einkommen ziemlich nützlich.

Eine Faustformel, die ich mal gelesen habe: Wer keine GRV hat, sollte grob 20-25% des Nettoeinkommens für die Altersvorsorge einplanen – aber das hängt natürlich stark vom gewünschten Lebensstandard im Alter ab. Besser einmal mit einem unabhängigen Berater durchrechnen lassen.


Antwort
Monika67
Beiträge: 9
(@monika67)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Ich seh das ehrlich gesagt etwas nüchterner als TomStock oben. Die 20-25%-Faustregel klingt gut, aber viele Selbständige schaffen das in der Realität schlicht nicht – gerade in Jahren mit schwächerem Umsatz. Da wird die Vorsorge dann als erstes zurückgeschraubt, und genau das ist das eigentliche Problem.

Das Altersvorsorgedepot 2027 ist meiner Meinung nach ein guter Anfang, weil es einen zwingt, regelmäßig was zurückzulegen – und die Förderung gibt ja zumindest einen kleinen Schubs. Ich hab bei mir selbst gemerkt dass eine feste monatliche Rate besser funktioniert als große Einmalzahlungen, einfach weil man sich dann nicht jedes Mal neu entscheiden muss.

Für Selbständige komplett ohne gesetzliche Absicherung würde ich aber wirklich empfehlen: Mindestens zwei Säulen aufbauen. Das Depot für den geförderten Teil, und zusätzlich ein freies Depot oder Tagesgeld als Puffer für unregelmäßige Einnahmen. Private Rentenversicherung würde ich persönlich eher hintenanstellen – die Flexibilität fehlt einem da oft genau dann wenn man sie braucht.


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