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Kapitallebensversicherung aus 2001 – beitragsfrei stellen und Geld ums lenken?

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Markus K.
Beiträge: 27
Themenstarter
(@markus_k_1974)
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Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#56]

Hallo zusammen,

ich sitze gerade hier und grübele über meine alte Kapitallebensversicherung nach, die ich 2001 abgeschlossen habe. Damals war das ja quasi der Standard, wenn man irgendwie fürs Alter vorsorgen wollte. Läuft noch bis 2031, monatlich zahle ich 87 Euro rein.

Nun überlege ich, ob ich die Versicherung beitragsfrei stellen soll und die 87 Euro ab 2027 stattdessen ins neue geförderte Altersvorsorgedepot stecke. Die prognostizierte Ablaufleistung war mal bei knapp 28.000 Euro, aber das war noch mit dem alten Rechnungszins. Ob das realistisch noch so stimmt, weiß ich nicht genau. Der aktuelle Rückkaufswert liegt laut letzter Standmitteilung bei ca. 17.500 Euro.

Mein Gedanke: Wenn ich jetzt beitragsfrei stelle, schlummert der Vertrag halt noch 5 Jahre vor sich hin und ich bekomme am Ende irgendwas ausbezahlt. Aber die 87 Euro monatlich könnte ich sinnvoller einsetzen. Auf der anderen Seite: Todesfallschutz fällt weg oder wird reduziert, und ich weiß nicht wie groß der steuerliche Nachteil bei Beitragsfreistellung wirklich ist.

Hat jemand ähnliches schon durchgerechnet oder Erfahrungen damit? Mir geht es nicht ums Kündigen, das lohnt sich bei dem Rückkaufswert wahrscheinlich nicht mehr so wirklich. Aber beitragsfrei stellen und die Sparrate umleiten – das klingt eigentlich logisch oder?

Grüße
Markus


4 Antworten
Heinz M.
Beiträge: 24
(@heinz_1952)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich kenne das aus meiner eigenen Erfahrung sehr gut, Markus. Ich hab 1987 eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen und sie damals bis zur Laufzeit durchgezogen. Im Nachhinein war das nicht immer die klügste Entscheidung, aber ich hatte einfach nicht die Übersicht die ihr heute habt.

Was ich dir mitgeben möchte: Schau dir die Überschussbeteiligung der letzten Jahre an. Bei vielen älteren Policen ist die seit 2010 dramatisch gesunken. Was 2001 noch hochgerechnet wurde, hat mit der Realität heute oft wenig zu tun. Die Versicherungsgesellschaft ist verpflichtet, dir auf Anfrage eine aktuelle Hochrechnung zu schicken – das würde ich als erstes machen, bevor du irgendwelche Entscheidungen triffst.

Wie TobiasK92 schon richtig schreibt, bleibt die Steuerbegünstigung bei Beitragsfreistellung erhalten wenn die Bedingungen erfüllt sind. Das ist wirklich wichtig. Aber die Frage ist auch: Wie hoch ist die tatsächlich noch zu erwartende Ablaufleistung? Wenn die nur noch bei 19.000 oder 20.000 Euro liegt und du 5 Jahre lang 87 Euro pro Monat draufzahlst – das sind nochmal 5.220 Euro – dann rechne das mal gegen die Renditechance im neuen Depot gegen. Das kann sich durchaus zugunsten der Freistellung verschieben.


Antwort
LauraK
Beiträge: 44
(@laurak)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Da möchte ich noch einen Aspekt ergänzen, der hier bisher nicht erwähnt wurde: Überleg dir auch, ob an dem Vertrag noch ein Berufsunfähigkeitszusatz oder eine Unfall-Zusatzversicherung dranhängt. Das kommt bei älteren Policen vor und würde bei Beitragsfreistellung ebenfalls wegfallen oder zumindest stark eingeschränkt. Das solltest du unbedingt in den Vertragsunterlagen prüfen.

Ich hab mich bei der Vorbereitung auf das neue Depot intensiv mit solchen Altlasten beschäftigt und finde, dass man da wirklich sehr individuell schauen muss. Pauschale Empfehlungen helfen da wenig. Die steuerliche Seite hat TobiasK92 gut erklärt – Vorverträge aus 2001 sind tatsächlich privilegiert.

Was ich praktisch machen würde: Versicherung anschreiben, aktuelle Hochrechnung anfragen, gleichzeitig fragen wie hoch die beitragsfreie Versicherungssumme wäre, und dann beides nebeneinander legen. Und falls da wirklich ein BU-Baustein drin ist – den separat absichern bevor du irgendetwas kündigst oder freistellst. Das wäre dann nochmal ein eigenes Thema.


Antwort
Tobias K.
Beiträge: 21
(@tobiask92)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Das Thema kenne ich ein bisschen aus eigener Recherche. Ich hab mich bei meinem Anbietervergleich auch gefragt, wie man alte Verträge sinnvoll in eine neue Strategie einbettet.

Zur Beitragsfreistellung: Das ist steuerlich in deinem Fall (Vertrag vor 2005) eigentlich ziemlich günstig. Die Ablaufleistung nach 2031 wäre bei dir dann wohl noch hälftig steuerfrei – das ist ein echter Vorteil den du nicht leichtsinnig aufgeben solltest. Wichtig: Beitragsfreistellung an sich ändert an der Steuerbegünstigung des Vertrags nichts, solange die Mindestlaufzeit von 12 Jahren erfüllt ist und du erst nach 60 (bzw. 62 für neuere Verträge) auszahlst. Beides scheint bei dir ja gegeben.

Der Todesfallschutz wird bei Beitragsfreistellung meistens auf den dann versicherten Betrag reduziert, nicht komplett gestrichen. Ob du den noch brauchst hängt natürlich von deiner Familiensituation ab.

Die 87 Euro dann ab 2027 ins Depot zu stecken macht rechnerisch Sinn, wenn du den Depotbonus und den Steuervorteil voll ausnutzen kannst. Ich würd aber vorher nochmal bei deiner Versicherung nachfragen wie hoch die beitragsfreie Summe genau wäre, die weichen da manchmal erheblich von den Prognosen ab.


Antwort
Tim98
Beiträge: 36
(@tim98)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Ich kenn mich bei Lebensversicherungen ehrlich gesagt kaum aus, aber kurz gesagt: 87 Euro im Monat ab 2027 gefördert anzulegen klingt erstmal sinnvoller als die in eine alte Police zu stecken die kaum noch Rendite bringt. Aber ich würds wirklich vorher von einem unabhängigen Berater einschätzen lassen bevor du was änderst, die Details bei alten Verträgen sin echt kompliziert.


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