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[Gelöst] Selbständige ohne GRV: Reicht das Depot 2027 als einziger Baustein?

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Monika K.
Beiträge: 18
Themenstarter
(@monika67)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#58]

Hallo zusammen,

ich bin seit fast 12 Jahren selbständig und zahle keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung – bin also komplett auf private Vorsorge angewiesen. Bisher lief das über einen älteren Fondssparplan und ein bisschen ETF auf dem normalen Depot. Jetzt bereite ich mich schon mal auf das Altersvorsorgedepot 2027 vor und frage mich, ob das allein wirklich ausreicht oder ob ich daneben noch mehr aufbauen muss.

Das was ich bisher verstanden habe: Als Selbständige ohne Pflichtversicherung kann ich das Altersvorsorgedepot 2027 nutzen und bekomme die staatliche Förderung – soweit so gut. Aber die Förderhöchstgrenzen und die Einzahlungsmöglichkeiten sind ja begrenzt. Wenn ich als Einzige für mein Alter spare und keine GRV-Rente komme wird, muss ich ja deutlich mehr ansparen als ein Arbeitnehmer der noch eine gesetzliche Rente bekommt.

Meine Fragen:
- Setzt ihr als Selbständige noch auf weitere Säulen neben dem neuen Depot?
- Wie viel Eigenverantwortung ist realistisch über das Depot allein abbildbar?
- Hat jemand ausgerechnet, was man monatlich bräuchte um ohne GRV halbwegs sicher im Alter zu sein?

Ich merke gerade im Sommer, wenn die Aufträge etwas weniger werden, wie abhängig ich von meinen Einnahmen bin. Das macht mir ein bisschen Sorgen wegen der Kontinuität. Bin gespannt was ihr denkt, vor allem die, die selbst keine Rentenversicherung haben.


7 Antworten
Markus B.
Beiträge: 24
(@frhrenteplaner7)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Kurze Anmerkung noch: Im Sommer weniger Aufträge, im Winter mehr – das kenn ich. Gerade deswegen würd ich beim Depot auf flexible Sparplangestaltung achten. Ich hab das selbst schon getestet wie verschiedene Anbieter damit umgehen, hab dazu auch mal im Thread zu Sparplan pausieren geschrieben. Für Selbständige mit unregelmäßigem Einkommen ist Flexibilität kein Nice-to-have sondern Pflicht.


Antwort
Nina95
Beiträge: 48
(@nina95)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Hey Monika, gute Frage! Ich bin zwar Angestellte und kein Selbständige, aber ich hab mich für einen Freund ähnliches überlegt und dazu auch mal was in einem anderen Thread gelesen.

Grundsätzlich glaube ich: Das Altersvorsorgedepot 2027 allein wird für Selbständige ohne GRV kaum reichen. Die Förderung ist attraktiv, aber der Höchstbetrag pro Jahr ist halt begrenzt. Wenn man auf 20-30 Jahre hin eine vollständige Rentenlücke schließen will, braucht man da wahrscheinlich mehr als einen einzigen Baustein.

Was ich beim Thema Förderantrag gelernt hab (hatte ich mal hier im Thread zu Förderung und Dokumente nachgeschaut): Selbständige ohne Pflichtversicherung müssen bei der Antragstellung besonders aufpassen, welche Nachweise sie brauchen. Das ist nochmal ein eigenes Thema.

Ich würde auf jeden Fall empfehlen, das Depot als Kern zu nehmen, aber drumherum noch weitere ETF-Sparpläne ohne Förderung laufen zu lassen. So bist du flexibler.


Antwort
M.Steinbach
Beiträge: 35
(@m-steinbach)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich hab mich letztes Jahr intensiv mit den Antragsunterlagen für das Depot beschäftigt und dabei festgestellt: Für Selbständige ohne Pflichtmitgliedschaft in einem Versorgungswerk ist die Förderberechtigung zwar grundsätzlich gegeben, aber man sollte genau hinschauen welche Nachweise man braucht. Das ist nicht trivial.

Zur eigentlichen Frage: Ich sehe das pragmatisch. Das Altersvorsorgedepot 2027 ist ein geförderter Grundbaustein. Für Selbständige ohne GRV sollte er aber niemals der einzige sein. Zusätzlich braucht man mindestens ein ungeförderts Depot für Beträge über die Fördergrenzen hinaus, idealerweise auch eine freiwillige GRV-Komponente für die Basisabsicherung.

Die Kombination macht's. Wer alles in einen Topf steckt – egal welchen – ist immer schlecht aufgestellt.


Antwort
Tobias K.
Beiträge: 21
(@tobiask92)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

S.Weber hat das gut auf den Punkt gebracht mit der freiwilligen GRV. Das wird tatsächlich krass unterschätzt. Ich hab mich selbst mal damit beschäftigt im Zuge des Regierungswechsels und der Förderregelungen – da gab's ja einige Änderungen die auch Selbständige betreffen können.

Freiwillige GRV-Beiträge sind flexibel, du kannst Höhe und Zeitpunkt anpassen, und du baust dir dadurch echte Rentenansprüche auf. In Kombination mit dem Altersvorsorgedepot 2027 (für die geförderte Komponente) und nem normalen ETF-Sparplan (für den Rest) wäre das meiner Meinung nach ein sinnvolles Dreieck.

Nur auf das neue Depot zu setzen würde ich nicht empfehlen, eben weil die Einzahlungsobergrenzen mit geförderten Beträgen halt nicht riesig sind. Gerade wenn du wie du sagst im Sommer schwächere Monate hast, brauchst du auch Flexibilität – und die ist beim freien Depot am größten.


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