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Regierungswechsel 2025 – was ändert sich noch bei den Förderregeln?

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S.Weber25
Beiträge: 40
Themenstarter
(@s-weber25)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#202]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich seit ein paar Monaten intensiver mit dem neuen Altersvorsorgedepot und hatte eigentlich gedacht, dass mit dem Altersvorsorgereformgesetz alles in trockenen Tüchern ist. Aber je mehr ich lese, desto unsicherer werde ich.

Nach dem Regierungswechsel Anfang 2025 hat die neue Koalition ja einige Signale gesendet, dass man an bestimmten Stellschrauben noch drehen möchte. Mich interessiert konkret: Gibt es Hinweise, dass die Förderrichtlinien für 2027 nochmal angepasst werden? Ich meine jetzt nicht den Koalitionsvertrag allgemein, sondern ob jemand konkrete Aussagen aus dem Finanzministerium oder dem Bundestag kennt, die das Depot-Thema direkt betreffen.

Besonders beschäftigt mich, ob die Zulagenstruktur stabil bleibt oder ob da noch Änderungen kommen könnten. Ich plane gerade, im Herbst konkret mit der Anbieterwahl anzufangen – aber wenn sich da nochmal was Grundlegendes ändert, würde ich vielleicht lieber noch etwas abwarten.

Ich weiß, dass das niemand mit Sicherheit beantworten kann, aber vielleicht hat jemand aktuelle Infos oder verfolgt das Thema im parlamentarischen Bereich? Die Urlaubszeit kommt ja bald, da wird sowieso weniger passieren – oder nutzt die Politik den Sommer vielleicht gerade für stille Gesetzesänderungen?

Danke schon mal!


6 Antworten
Wolfgang52
Beiträge: 45
(@wolfgang52)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Das ist eine berechtigte Sorge, die ich mir selbst auch schon gemacht habe. Ich verfolge das Thema seit dem Frühjahr recht intensiv – im Zusammenhang mit der Antragstellung 2027 hatte ich ähnliche Fragen.

Nach meinem Kenntnisstand ist das Altersvorsorgereformgesetz formal verabschiedet und die Grundstruktur – also Zulagebeträge, Einkommensgrenzen, die geförderten Produkttypen – gilt als beschlossen. Was sich noch ändern könnte, sind eher nachgeordnete Durchführungsverordnungen, zum Beispiel wie bestimmte Fördervoraussetzungen im Detail geprüft werden.

Dass die neue Koalition das ganze Gesetz nochmal aufrollt, halte ich für unwahrscheinlich. Dafür ist der politische Aufwand zu groß und 2027 ist nicht mehr weit. Aber Vorsicht: Ich bin kein Jurist, das ist nur meine Einschätzung aus dem, was ich gelesen habe. Im Sommer passiert parlamentarisch tatsächlich wenig – da würde ich es eher nicht erwarten. Herbst wäre realistischer, falls überhaupt noch was kommt.


Antwort
Klaus M.
Beiträge: 35
(@klaus_1975)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich verfolge legislative Entwicklungen zu Finanzthemen seit Jahren, auch im MiFID-Bereich, und kann sagen: Fundamentale Gesetzesänderungen kurz vor dem Inkrafttreten eines so umfangreichen Reformwerks sind politisch extrem aufwändig und werden in der Regel vermieden. Der Gesetzgeber hat schlicht kein Interesse daran, kurz vor dem Start nochmal alles durcheinanderzuwerfen – das würde Anbieter, Verbraucher und Verwaltung gleichzeitig verunsichern.

Was realistisch ist: Technische Korrekturen, Klarstellungen in Verordnungen, vielleicht Anpassungen bei Schwellenwerten per Rechtsverordnung ohne erneutes Gesetzgebungsverfahren. Das passiert laufend und still.

Für eure Planung bedeutet das: Die Grundpfeiler des Depots – Förderstruktur, Produktzulassung, steuerliche Behandlung – sind belastbar genug um damit weiterzuplanen. Wer bis zur absoluten Gewissheit wartet, wartet möglicherweise bis Ende 2026 und hat dann kaum noch Zeit für eine vernünftige Anbieterwahl.


Antwort
C.Hoffmann
Beiträge: 24
(@c-hoffmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich komme eher aus der ETF- und Investmentstrategie-Ecke (hab zuletzt im ETF-Rebalancing-Thread geschrieben), aber zur Frage kann ich trotzdem was beitragen.

Aus meiner Sicht ist das entscheidende Signal, das die neue Regierung gegeben hat, eher struktureller Natur: Man will das Depot-Konzept grundsätzlich unterstützen, weil es politisch breit konsensfähig ist – privates Kapital für die Rente mobilisieren ist für fast alle Parteien attraktiv. Das macht radikale Rückschritte unwahrscheinlich.

Was die konkreten Zulagenbeträge angeht: Die stehen im Gesetz und müssten per Gesetzesänderung angepasst werden. Das dauert. Ich würde mir darüber für die Anbieterwahl im Herbst keine Sorgen machen. Die grundlegende Entscheidung, welchen Anbieter und welche ETF-Strategie man wählt, hängt davon nicht ab – selbst wenn sich Marginalien noch verschieben sollten.


Antwort
MarkusH84
Beiträge: 48
(@markush84)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Ich seh das n bisschen anders als Wolfgang. Die Koalition hat zwar das Gesetz geerbt, aber gerade bei den Zulagen für Geringverdiener und Selbständige war im Frühjahr durchaus Bewegung zu spüren. Ein paar Bundestagsanfragen dazu gabs ja auch.

Mein Tipp: schau dir die Drucksachen auf bundestag.de direkt an, da sieht man ob zum Thema Altersvorsorgereformgesetz aktuell was in Ausschüssen liegt. Ist zwar etwas mühsam zu lesen, aber verlässlicher als Medienberichte.

Die Zulagenstruktur selbst dürfte stabil sein, da stimm ich zu. Aber Feinheiten bei den Einkommensgrenzen oder Förderhöhen – da würde ich noch nicht die Hand ins Feuer legen. Herbst 2026 abwarten klingt bei dir eigentlich vernünftig, zumal du sagst du willst dann erst mit der Anbieterwahl anfangen. Das ist noch genug Zeit.


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