Hallo zusammen,
ich mache mir gerade im Urlaub Gedanken – man hat ja im Sommer manchmal mehr Zeit zum Nachdenken als sonst – und ich komme immer wieder auf das Thema Pflege zurück. Meine Schwiegermutter ist seit letztem Jahr pflegebedürftig und wir erleben gerade hautnah, was die gesetzliche Pflegeversicherung tatsächlich übernimmt. Und ich muss sagen: Das ist deutlich weniger als ich mir vorgestellt hatte.
Ich bin 48, verheiratet, zwei Kinder sind aus dem Haus, mein Mann und ich denken gerade intensiv über unsere Altersvorsorge nach. Das neue Altersvorsorgedepot 2027 haben wir natürlich auf dem Schirm. Aber ich frage mich: Hilft das überhaupt dabei, eine mögliche Pflegelücke zu schließen? Die Pflegeversicherungsbeiträge steigen ja schon wieder und trotzdem wird die Eigenbeteiligung im Heim immer höher.
Konkret interessiert mich:
- Lohnt sich zusätzliche private Pflegevorsorge neben dem Depot?
- Oder ist das Depot selbst ein sinnvoller Puffer für Pflegekosten im Alter?
- Hat jemand ausgerechnet, wie viel man monatlich beiseitelegen müsste, um realistisch vorbereitet zu sein?
Ich finde das Thema emotional auch nicht einfach, weil man ja hofft, dass man selbst nie in diese Situation kommt. Aber die Erfahrung mit der Schwiegermutter hat mich wachgerüttelt. Bin gespannt auf eure Einschätzungen!
Viele Grüße
Petra
Kurze Einschätzung von mir: Die Diskussion um Pflegelücken ist berechtigt, aber ich würde nicht zu viel auf einmal angehen wollen. Erst eine solide Basis mit dem Depot 2027 aufbauen, dann schauen ob Pflegezusatz ins Budget passt. Überversicherung kostet auch Geld das man anlegen könnte.
Da muss ich Lisas Einschätzung ein bisschen relativieren: Ich find es problematisch, pauschal Pflegetagegeldversicherungen zu empfehlen ohne die Kosten-Nutzen-Frage zu stellen. Die Prämien können je nach Einstiegsalter und gewünschtem Tagessatz durchaus happig sein, und nicht jeder hat das Budget für Depot + BU + Pflegezusatz gleichzeitig.
Mein Ansatz: Erstmal klar machen, was die gesetzliche Pflciheversicherung tatsächlich abdeckt (Pflegegrad, Sachleistungen, Pflegegeld) und dann schauen, wie groß die reale Lücke für die eigene Situation ist. Wer Eigenheim hat, hat andere Optionen als jemand der zur Miete wohnt. Das alles unter einen Hut zu bringen ohne individuell beraten zu sein, ist schwierig.
Das Depot 2027 sehe ich eher als generellen Vermögensaufbau, nicht als spezifisches Pflegekonto. Im Ernstfall kann man natürlich Entnahmen machen, aber die steuerliche Behandlung im Rentenalter sollte man dabei im Hinterkopf haben.