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Pflegeversicherung Beiträge steigen schon wieder – wo bleibt die Lücke?

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L.Weber
Beiträge: 14
Themenstarter
(@l-weber)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen
[#36]

Hallo zusammen,

ich bin gerade dabei, meine Finanzen für den Rest des Jahres durchzuschauen – typisches Sommerprojekt, wenn man mal etwas Ruhe hat. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Pflegepflichtversicherung in den letzten Jahren wirklich massiv teurer geworden ist. Ich glaube es war 2023, dann nochmal 2024, und es heißt ja, dass weitere Erhöhungen kommen sollen.

Mein eigentliches Problem: Ich frage mich, ob die gesetzliche Pflegeversicherung überhaupt noch irgendwas absichert, was den Namen verdient. Ich hab mal irgendwo gelesen, dass selbst bei Pflegegrad 3 oder 4 die Eigenanteile im Pflegeheim locker 2.000 bis 3.000 Euro pro Monat betragen können – wohlgemerkt was die Versicherung NICHT übernimmt.

Jetzt überlege ich, ob und wie man diese Lücke sinnvoll schließen kann. Private Pflegezusatzversicherung? Oder lieber das Altersvorsorgedepot ab 2027 so nutzen, dass man im Alter genug Kapital hat, um die Pflegekosten selbst zu stemmen?

Das Depot ist ja primär für die Rente gedacht, aber wenn man im Alter eh liquide Mittel braucht, ist das vielleicht flexibler als eine starre Pflegepolice?

Hat sich hier jemand damit beschäftigt, wie man Altersvorsorgedepot und Pflegevorsorge sinnvoll kombiniert oder voneinander trennt? Ich finde das Thema irgendwie unterbelichtet in der öffentlichen Diskussion.

Viele Grüße
L. Weber


2 Antworten
VorsorgeProfi47
Beiträge: 4
(@vorsorgeprofi47)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Das ist ein Thema, das tatsächlich viel zu selten diskutiert wird – du hast recht damit.

Kurz zum Sachstand: Die Pflegepflichtversicherung war von Anfang an als Teilkaskoversicherung konzipiert, also nie als Vollabsicherung. Die Eigenanteile im stationären Bereich sind in den letzten Jahren stark gestiegen und liegen in manchen Bundesländern tatsächlich bei 3.000 Euro und mehr pro Monat – das ist keine Übertreibung.

Zur Kombination mit dem Altersvorsorgedepot ab 2027: Ich würde das konzeptionell trennen. Das Depot ist auf Kapitalaufbau ausgelegt und gefördert, aber es ist kein Pflegeprodukt. Die Auszahlungsphase ist zwar flexibler als bei alten Riester-Verträgen, aber wenn man ernsthaft Pflegekosten absichern will, braucht man im schlimmsten Fall schon mit Mitte/Ende 70 erhebliche monatliche Mittel – und das über viele Jahre.

Eine private Pflegezusatzversicherung hat den Vorteil, dass sie unabhängig vom Kapitalmarkt eine definierte Leistung bringt. Der Haken: Je später man einsteigt, desto teurer wird sie. Ich hab mich damals auch intensiv damit beschäftigt – ähnlich wie bei der Frage zur Berechtigung beim neuen Depot (Bin ich mit 47 und schwankendem Einkommen überhaupt berechtigt?) lohnt es sich, die eigene Situation genau durchzurechnen, bevor man pauschal antwortet.

Mein pragmatischer Rat: Beides parallel aufbauen, aber mit klarer Funktion. Depot für die Rentenphase allgemein, Pflegezusatz für den spezifischen Pflegefall. Nur das Depot als Puffer für Pflege einzuplanen ist riskant, weil unklar ist, wie lange man das Kapital dann noch hat.


Antwort
WalterSchmidt
Beiträge: 11
(@walterschmidt)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Wie VorsorgeProfi47 schreibt, würd ich das auch nicht vermischen. Ich hab bei meinem Anbietervergleich fürs Depot gemerkt, dass die Produkte wirklich sehr auf Altersrente ausgerichtet sind, nicht auf Pflegeabsicherung. Das sind zwei paar Schuhe. Ne Pflegezusatz abzuschließen macht in meinen Augen schon Sinn, aber je früher desto besser – sonst wird's happig mit den Beiträgen.


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