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PKV-Beiträge im Rentenalter: Depot als strategischer Puffer?

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Marcus K.
Beiträge: 42
Themenstarter
(@depotprofi34)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#54]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade intensiv mit der Frage, wie man die private Krankenversicherung im Rentenalter strukturell absichern kann – und zwar nicht durch Ausstieg in die GKV, sondern indem man das neue Altersvorsorgedepot gezielt als Puffer für steigende PKV-Beiträge nutzt.

Hintergrund: Ich bin seit Jahren PKV-versichert und weiß, dass die Beiträge im Alter massiv steigen können. Wer dann nur auf die gesetzliche Rente angewiesen ist, hat ein Problem. Das Depot könnte theoretisch als ergänzende Einkommensquelle dienen, die genau diese Mehrkosten abfängt.

Meine Fragen:
1. Hat jemand das konkret durchgerechnet – also Depotentnahmeplan vs. prognostizierte PKV-Beiträge im Alter?
2. Wie geht ihr mit der Planungsunsicherheit um? PKV-Beiträge sind schwer vorherzusagen, Depotrenditen auch.
3. Macht es Sinn, schon beim Aufbau des Depots ab 2027 ein separates 'PKV-Kissen' gedanklich einzuplanen – oder ist das Überplanung?

Ich frage auch deshalb, weil ich überlege, ob ich die Entnahmephase nicht zu starr anlege. Gerade jetzt im Sommer, wo ich etwas mehr Zeit für Finanzplanung habe, möchte ich das strukturiert angehen – nicht nur grob schätzen.

Freue mich auf eure Einschätzungen, gerne auch kritische!

Grüße
DepotProfi34


5 Antworten
Markus B.
Beiträge: 30
(@markus82)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich habe mich im Anbieterwechsel-Thread ja schon dazu geäußert, wie wichtig flexible Strukturen beim Depot sind. Bei der PKV-Frage ist das nochmal relevanter.

Was ich konkret gemacht habe: Ich habe die durchschnittlichen PKV-Beitragserhöhungen der letzten 15 Jahre meines Tarifs rausgesucht (das geht über die Beitragsmitteilungen) und daraus einen konservativen Projektionspfad gebaut. Dann habe ich geschaut, welcher monatliche Entnahmebetrag aus dem Depot nötig wäre um diese Differenz zu decken – also PKV-Beitrag Rentenalter minus PKV-Beitrag heute.

Das Ergebnis war ernüchternd: Bei 3% jährlicher Beitragssteigerung und Rentenbeginn mit 67 müsste ich für die PKV-Differenz allein schon einige hundert Euro monatlich einplanen. Und das ist dann noch nicht mal alles andere.

Mein Fazit: Ja, das Depot kann helfen, aber es löst das strukturelle PKV-Problem im Alter nicht. Wer dauerhaft in der PKV bleiben will, sollte das wirklich sehr früh durchrechnen – nicht erst kurz vor der Rente.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 27
(@zweifler_1978)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich muss hier mal ein bisschen Skepsis einwerfen – nicht gegenüber dem Depot, das finde ich grundsätzlich gut, sondern gegenüber dem Ansatz, das Depot für sowas spezifisches einzuplanen.

Das Problem ist doch: Das neue Altersvorsorgedepot ist steuerlich gefördert mit klaren Entnahmeregeln ab einem bestimmten Alter. Wenn ich das dann zweckgebunden für PKV-Beiträge einplane, habe ich erstens ein Steuer- und Entnahme-Timing-Problem, und zweitens: was ist wenn ich die PKV doch aufgebe oder der Tarif sich fundamental ändert? Dann sitzt du auf einem 'PKV-Kissen' das du eigentlich für was anderes brauchst.

Ich hab im Riester-Vergleichs-Thread schon darauf hingewiesen dass mentale Buchhaltung bei Finanzprodukten oft mehr schadet als nützt. Geld ist fungibel. Ein gut dimensioniertes Gesamtdepot ist besser als viele kleine Zweckpuffer.


Antwort
TomStock_99
Beiträge: 30
(@tomstock_99)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Gute Frage, hab mich da auch schon mit beschäftigt. Ich nutze für sowas ein paar Tools, die ich auch im Tools-Thread erwähnt hatte – z.B. Projektionsoft oder einfach eigene Excel-Modelle mit Szenarien.

Das konkrete Problem bei deiner Idee: Du musst mit zwei unsicheren Variablen gleichzeitig planen. PKV-Beiträge steigen historisch oft stärker als die allgemeine Inflation, manchmal 4-6% pro Jahr. Und Depotrenditen schwanken. Wenn du beide Kurven gegeneinander modellierst, wirst du sehr schnell merken, dass das Ergebnis extrem szenarioabhängig ist.

Mein Ansatz wäre: Nicht das Depot als primäre PKV-Absicherung einplanen, sondern als Reserve für genau solche Ausgabenschocks. Das heißt, ich würde eher einen etwas höheren Puffer im Depot vorsehen als eine exakte Zweckbindung. Eine Zweckbindung macht das Modell unnötig starr und du hast keine Flexibilität mehr wenn andere Kosten steigen.

Aber grundsätzlich: ja, die Idee ist vernünftig. PKV im Alter ist real ein Risiko, das viele unterschätzen.


Antwort
Nadine K.
Beiträge: 30
(@nadine_1979)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich seh das etwas anders als TomStock oben. Ich bin gesetzlich versichert und hab im ETF-Thread schon geschrieben, dass ich eher zur Vereinfachung neige – aber gerade bei PKV im Alter find ich die Komplexität wirklich nicht trivial.

Mein grundsätzlicher Gedanke: Wer PKV-versichert ist und bleibt, hat im Alter ein strukturelles Kostenproblem, das mit dem Depot allein schwer zu lösen ist. Die Beiträge steigen nicht linear, sondern oft sprunghaft wenn Versicherungsklassen angepasst werden. Das kann man nicht sauber in ein Entnahmemodell einbauen.

Was ich sinnvoller finde: Schon während der Einzahlphase bewusst mehr einzahlen als rechnerisch nötig und diesen Überschuss als unstrukturierten Puffer laufen lassen. Keine Zweckbindung, keine separate 'PKV-Säule', sondern einfach mehr Puffer insgesamt. Das gibt Flexibilität für verschiedene Szenarien – egal ob PKV, Pflege oder irgendwas Unvorhergesehenes.

Die Frage ob man das 'gedanklich' als PKV-Kissen bezeichnet – für mich ist das eher Psychologie als Finanzplanung. Zahlen sind Zahlen.


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