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PKV-Beiträge im Alter mit Depot-Entnahmen stemmen – realistisch?

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Nadine K.
Beiträge: 30
Themenstarter
(@nadine_1979)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#49]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade intensiver mit meiner Altersvorsorgeplanung und bin dabei auf ein Thema gestoßen, das mir etwas Kopfzerbrechen bereitet. Ich bin privat krankenversichert und weiß, dass die PKV-Beiträge im Alter teils erheblich steigen können – gerade wenn man nicht mehr berufstätig ist und das Einkommen wegfällt.

Jetzt frage ich mich: Macht es Sinn, das neue geförderte Altersvorsorgedepot ab 2027 ganz gezielt so aufzubauen, dass man später einen Teil der Entnahmen für die PKV-Prämien verwendet? Also quasi das Depot als "PKV-Puffer" einzuplanen?

Hintergrund: Ich bin 1979 geboren, also komme ich 2027 in die Mid-40s und habe theoretisch noch gut 20 Jahre Ansparphase. Mein Mann ist gesetzlich versichert, ich hingegen seit Jahren in der PKV. Die Beitragssprünge in den letzten Jahren machen mir ehrlich gesagt Sorgen, und ich weiß nicht, ob meine sonstige Rente + Depot-Entnahme das später alles abdecken kann.

Hat jemand das schon mal konkret durchgerechnet oder zumindest grob überschlagen? Ich frage mich auch, ob es steuerlich irgendwas zu beachten gibt – Depot-Entnahmen werden ja teilweise besteuert, soweit ich weiß. Und: Sollte man für sowas einen separaten Baustein einplanen oder reicht ein einziges Depot für alles?

Wir fahren nächste Woche in den Urlaub, aber danach würde ich das Thema gerne strukturierter angehen. Über Erfahrungen oder Denkanstöße würde ich mich sehr freuen!


4 Antworten
Markus D.
Beiträge: 16
(@markus-dreher)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Da ich mich zuletzt viel mit den versteckten Kosten beim Altersvorsorgedepot beschäftigt habe (z.B. Kostenfallen beim Altersvorsorgedepot), kommt mir bei deiner Frage sofort ein weiterer Aspekt in den Sinn, der oft übersehen wird:

Die Flexibilität der Entnahme. Das geförderte Altersvorsorgedepot 2027 hat nach aktuellem Stand ziemlich strikte Regeln, wann und wie du entnehmen kannst – frühestens ab 62 oder bei Rentenbeginn. Wenn deine PKV-Beiträge aber schon früher stark steigen, z.B. mit 60, hast du schlicht noch keinen Zugriff. Das ist ein praktisches Problem das ich bisher in keiner Diskussion gesehen habe.

Ich würde deshalb empfehlen: Für kurzfristige oder vorzeitige PKV-Kostensprünge brauchst du unbedingt einen separaten, flexibel zugänglichen Puffer außerhalb des geförderten Depots. Das geförderte Depot kann dann ab Rentenalter die laufenden Prämien mitfinanzieren, aber nicht früher.

Ansonsten finde ich die Idee grundsätzlich sinnvoll. Die Besteuerung der Entnahmen sollte man dabei im Blick haben, aber da hat KinderzulagePro7 oben ja schon richtig drauf hingewiesen – der Steuersatz hängt sehr vom Gesamteinkommen im Rentenalter ab.


Antwort
Rudolf H.
Beiträge: 24
(@r-hoffmeister)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Das ist eine sehr berechtigte Frage, die in der Diskussion rund ums neue Depot meiner Einschätzung nach noch viel zu selten auftaucht.

Zur steuerlichen Seite vorab: Entnahmen aus dem Altersvorsorgedepot werden voraussichtlich mit dem persönlichen Einkommensteuersatz in der Auszahlungsphase besteuert – das ist ein wesentlicher Unterschied zu einem normalen ETF-Depot, wo nur Kapitalertragsteuer auf Gewinne anfällt. Das muss man bei der Planung einrechnen, weil es die Netto-Entnahme entsprechend reduziert.

Für PKV-Beiträge im Alter – die je nach Tarif und Alter gut und gerne 800–1.200 Euro monatlich oder mehr betragen können – würde ich empfehlen, das nicht als einzige Säule einzuplanen. Das Depot kann ein Baustein sein, aber für laufende, planbare Kosten wie Versicherungsprämien ist ein Tagesgeld- oder Festgeldpolster als Puffer sinnvoller, weil man dort nicht vom Marktverlauf abhängig ist.

Konkrete Empfehlung: Lassen Sie sich von einem unabhängigen Finanzplaner eine Entnahmeplanung erstellen, die verschiedene Szenarien für PKV-Kostensteigerungen abbildet. Das ist in Ihrer Situation (PKV, 20 Jahre Ansparphase) gut machbar und lohnt sich.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 28
(@kinderzulagepro7)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich hab mich zwar eher mit der ETF-Seite des Depots beschäftigt (z.B. Faktor-ETFs fürs Altersvorsorgedepot), aber zur PKV-Frage kann ich trotzdem was sagen:

Das grundsätzliche Konzept – Depot als Puffer für planbare Ausgaben im Alter – ist nicht verkehrt, aber ich würde da etwas widersprechen was R.Hoffmeister schreibt. Festgeld und Tagesgeld sind super als kurzfristiger Puffer, klar. Aber wenn du 20 Jahre Vorlaufzeit hast, dann kannst du einen Teil des Depots durchaus auf diese Zweckbindung ausrichten, ohne auf Rendite verzichten zu müssen.

Die Steuerfrage ist der eigentlich kritische Punkt. Wenn du im Alter vielleicht wenig anderes Einkommen hast, könnte der Steuersatz auf die Depot-Entnahmen sogar recht niedrig sein – dann wäre das gar nicht so ineffizient wie es auf den ersten Blick klingt. Kommt halt sehr auf die Gesamtsituation an.

Ein separates Depot nur für PKV halte ich übrigens für unnötig kompliziert. Lieber ein gutes Depot, kluge Entnahmestrategie.


Antwort
Max K.
Beiträge: 34
(@fruehstartmax96)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

kurz von mir: PKV im Alter ist echt ein unterschätztes Thema, gut dass du das früh angehst. Ich bin zwar gesetzlich versichert also kann ich nix aus eigener Erfahrung beisteuern, aber vom Hörensagen weiß ich dass manche PKV-Tarife im Rentenalter richtig teuer werden können wenn man keine Altersrückstellungen aufgebaut hat. Das solltest du mal konkret mit deiner PKV klären wie deren Tarifstruktur fürs Alter aussieht – da gibt's große Unterschiede zwischen den Anbietern.


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