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Kinderzulage und nachgelagerte Besteuerung: welcher Rechner stimmt?

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Markus F.
Beiträge: 35
Themenstarter
(@depotdaddy42)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#64]

Hallo zusammen,

ich sitze hier im Sommer und versuche systematisch alle verfügbaren Online-Rechner zum neuen Altersvorsorgedepot 2027 zu vergleichen – konkret geht es mir um zwei Punkte, die ich als Vater von zwei Kindern besonders relevant finde:

1) Die Kinderzulage: Verschiedene Rechner spucken mir unterschiedliche Beträge aus, sobald ich zwei Kinder eingebe. Manche rechnen pro Kind pauschal, andere scheinen irgendwelche Einkommensgrenzen einzuberechnen, die ich im Gesetzestext so gar nicht eindeutig finde. Hat da jemand schon den Überblick, welche Rechner da korrekt arbeiten?

2) Die nachgelagerte Besteuerung: Ich verstehe das Grundprinzip – Einzahlungen heute steuerbegünstigt, Auszahlungen im Rentenalter voll versteuert. Aber wenn ich zwei verschiedene Steuerrechner nehme und meinen heutigen Grenzsteuersatz vs. geschätzten Rentensteuersatz eingebe, kommen sehr unterschiedliche Nettovorteil-Aussagen raus. Liegt das an unterschiedlichen Modellannahmen, oder machen da manche Rechner schlicht Fehler?

Ich würde gern verstehen, welche Rechner ihr hier für zuverlässig haltet – nicht welcher am schönsten aussieht, sondern welcher die Förderlogik und die Steuerrechnung korrekt abbildet. Gerne auch Hinweise, was ihr in den Rechner-Eingaben besonders genau nehmen müsst. Danke!


5 Antworten
Kritikus_78
Beiträge: 45
(@kritikus_78)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Ehrlich gesagt bin ich bei diesen ganzen Online-Rechnern grundsätzlich skeptisch. Die meisten sind von Anbietern gebaut, die ein Interesse daran haben, dass die Förderung möglichst attraktiv aussieht. Zur Kinderzulage: Soweit ich das verstehe, gibt es tatsächlich unterschiedliche Regelungen je nach Geburtsjahr der Kinder – das könnte erklären, warum Rechner abweichen. Bei der nachgelagerten Besteuerung ist das Modell noch komplizierter, weil keiner wirklich weiß, welcher Grenzsteuersatz in 20-30 Jahren gilt. Ich hab das hier im Beitrag zur Zulage für Selbständige auch schon angemerkt – selbst die Grundförderlogik ist nicht überall klar dokumentiert. Mein Rat: Rechnerergebnisse nie für bare Münze nehmen, sondern als grobe Orientierung behandeln.


Antwort
LisaK
Beiträge: 40
(@lisak)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Ich bin auch noch relativ neu dabei und hab mich durch mehrere Rechner durchgeklickt. Ehrlich gesagt hab ich bei der Kinderzulage ähnliche Verwirrung erlebt wie du – da scheint wirklich noch nicht alles einheitlich zu sein. Bin gespannt ob sich das bis 2027 noch klärt.


Antwort
Tobias B.
Beiträge: 23
(@t-brinkmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Als Entwickler hab ich mir das mal etwas genauer angeschaut, weil mich die Transparenz der Berechnungslogik interessiert.

Kurze Einschätzung zu den Kinderzulage-Abweichungen: Ich vermute, manche Rechner haben die aktuellen Gesetzesentwürfe zum AVReformG noch nicht vollständig umgesetzt. Das Gesetz ist komplex und manche Anbieter arbeiten noch mit Entwurfsständen. Bei der Grundzulage hab ich das schon festgestellt als ich die Fördervoraussetzungen für Selbständige vs. Angestellte analysiert hab – da gibt es teils erhebliche Implementierungsunterschiede zwischen Plattformen.

Praktischer Tipp fürs Vergleichen: Gib immer identische Eckdaten ein (gleiches Einkommen, gleiche Beitragshöhe, gleiche Kinderzahl) und schau gezielt, wo Ergebnisse abweichen. Dann wird meistens schnell klar, ob ein Rechner einen Parameter anders behandelt. Für die Steuerseite würde ich zusätzlich eine einfache Spreadsheet-Rechnung parallel führen – da siehst du sofort, wenn ein Tool unrealistische Annahmen trifft.


Antwort
Werner K.
Beiträge: 30
(@werner-kstner)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich bin zwar Rentner und das Depot 2027 kommt für mich persönlich eh zu spät für einen langen Ansparehorizont, aber ich hab mich trotzdem mit den Rechnern beschäftigt – besonders wegen den Effektivkosten, die da oft gar nicht auftauchen.

Was ich festgestellt habe: Die meisten Rechner blenden Kosten komplett aus. Kein Wort über Depotgebühren, Transaktionskosten oder bei Garantieprodukten die entsprechenden Zusatzkosten. Das verzerrt die Förderattraktivität erheblich. Ich hab das schon im Garantieprodukt-Thread angesprochen – Effektivkosten werden systematisch unterschätzt.

Zur Kinderzulage kann ich nichts Konkretes beitragen, aber mein allgemeiner Tipp: Wenn zwei Rechner verschiedene Ergebnisse liefern, ist der konservativere der ehrlichere.


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