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Small-Cap-ETFs underperformen MSCI World trotz historischer Outperformance

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CodeInvestor_87
Beiträge: 39
Themenstarter
(@codeinvestor_87)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen
[#3]

Hi zusammen,

ich stehe vor einem Rätsel bei meiner ETF-Analyse. Seit ich vor 3 Jahren angefangen habe, systematisch verschiedene ETF-Strategien für mein Altersvorsorgedepot zu tracken, stelle ich fest, dass meine Small-Cap-Positionen (hauptsächlich MSCI World Small Cap und Russell 2000) deutlich schlechter performen als mein Core-MSCI World.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Während der MSCI World in den letzten 3 Jahren etwa 8,5% p.a. gemacht hat, dümpeln meine Small-Caps bei knapp 4% rum. Das widerspricht komplett den historischen Daten, die ich ausgewertet habe – dort zeigen Small-Caps über längere Zeiträume (15-20 Jahre) eine deutliche Outperformance.

Ich habe verschiedene Hypothesen:
1. Sind wir in einer Phase, wo Large-Caps durch Tech-Dominanz strukturell bevorzugt werden?
2. Haben die niedrigen Zinsen der letzten Jahre das Spiel verändert?
3. Ist mein Zeitraum einfach zu kurz für aussagekräftige Schlüsse?

Da ich plane, die nächsten 25 Jahre zu besparen, frage ich mich, ob ich bei meiner ursprünglichen Small-Cap-Tilting-Strategie bleiben soll oder das Gewicht reduzieren sollte. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder kann das Phänomen erklären?

Danke für eure Einschätzungen!


2 Antworten
Marc-Technik
Beiträge: 30
(@marc-technik)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Hey,

kann deine Beobachtung definitiv bestätigen. Bin seit 2018 dabei und hab ähnliche Erfahrungen gemacht. Die Sache ist, dass wir in den letzten Jahren einen extrem konzentrierten Markt hatten - die Magnificent 7 haben praktisch alles dominiert. Small Caps hatten da einfach keine Chance.

Dazu kommt: niedrige Zinsen haben Growth-Aktien bevorzugt (hauptsächlich Large Caps), während Small Caps oft Value-lastiger sind. Jetzt wo die Zinsen steigen, könnte sich das wieder drehen.

Ich würde an deiner Stelle bei der Small-Cap-Beimischung bleiben, aber vielleicht das Gewicht etwas reduzieren - so 15-20% statt mehr. Bei 25 Jahren Anlagehorizont sollte der Size-Premium langfristig greifen. Die aktuellen 3 Jahre sind echt zu kurz, um daraus Schlüsse zu ziehen.

Das Ding ist halt: niemand weiß, wann sich der Zyklus dreht. Aber historically gesehen waren Small Caps nach längeren Underperformance-Phasen oft die besseren Performer. Market timing ist eh schwierig.


Antwort
FelixT_89
Beiträge: 28
(@felixt_89)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Kann deine Beobachtung gut nachvollziehen - hab ähnliches in meinem Portfolio erlebt. Die letzten Jahre waren wirklich extrem ungünstig für Small Caps, besonders 2021/22 mit den Zinswenden.

Deine Hypothese mit der Tech-Dominanz trifft meiner Meinung nach voll ins Schwarze. Die großen Tech-Konzerne haben durch ihre Skalierungseffekte und Marktmacht einen strukturellen Vorteil bekommen, den es in dieser Form früher nicht gab. Gleichzeitig leiden Small Caps überproportional unter höheren Zinsen, weil sie oft mehr auf Fremdkapital angewiesen sind.

Ich würde bei der Small-Cap-Beimischung bleiben, aber vielleicht das Gewicht etwas reduzieren. So 10-15% statt 20-25%. Mean Reversion funktioniert bei Faktorprämien langfristig schon noch, aber die Zyklen können länger dauern als man denkt. Bei 25 Jahren Anlagehorizont hast du definitiv genug Zeit für mehrere Zyklen.

Alternative wäre auch ein Value-Tilt zusätzlich zu Small Caps - das hat historisch die besten Risk-Return-Profile geliefert. Hab ich auch am überlegen für mein Setup.


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