Hallo zusammen,
mir ist ein ziemlicher Fehler passiert und ich brauche mal euren Rat. Ich hab vor 3 Jahren angefangen, mein Altersvorsorgedepot aufzubauen und bin dabei ziemlich stark auf China-ETFs gesetzt - ca. 35% meines gesamten Portfolios. Dachte mir, die Wirtschaft boomt, das kann ja nur nach oben gehen.
Jetzt stehe ich bei minus 40% und das tut richtig weh. Hatte gehofft, dass sich das Ganze bis zum Frühling erholt, aber es wird eher schlimmer. Meine Frau meint, ich soll verkaufen bevor noch mehr weg ist, aber dann realisiere ich ja die Verluste.
Wie macht ihr das denn mit Emerging Markets in der Altersvorsorge? Komplett meiden oder nur kleine Beimischung? Und falls ihr investiert - welche Gewichtung haltet ihr für sinnvoll? Bei meinem Zeithorizont von noch 20 Jahren bis zur Rente dachte ich, das Risiko kann ich eingehen. Aber 40% Minus sind schon hart.
Bin für jeden Tipp dankbar. Soll ich jetzt verkaufen oder durchhalten und hoffen dass sich China wieder erholt?
Krass, 35% China... das war schon sehr mutig. Aber hey, bei 20 Jahren bis zur Rente ist noch Zeit. Ich würde nicht verkaufen jetzt - das wäre wie bei den Zinssenkungen - manchmal dauert es bis sich Märkte erholen.
Aber für die Zukunft: max. 10% EM, davon höchstens 3-5% Einzelländer. China ist halt mega zyklisch und Xi macht was er will. Wenn du durchhältst, dann wenigstens nicht mehr nachkaufen dort.
Puh, das tut weh. Aber 35% in einem einzigen Land ist schon sehr gewagt gewesen. Emerging Markets ja, aber dann besser breit gestreut. Ich hab damals bei meinem Einstieg mit 45 den Fehler gemacht und zu konservativ angelegt. Du warst zu risikoreich.
Jetzt verkaufen wäre Verlust realisieren. Bei 20 Jahren Zeithorizont würde ich persönlich durchhalten, aber künftig maximal 10-15% Emerging Markets und dann breit gestreut (MSCI EM). China sollte nur ein kleiner Teil davon sein. Das Einzellandsrisiko hast du jetzt leider am eigenen Leib gespürt.
Oh je, das ist bitter! Aber bitte nicht in Panik verkaufen jetzt. Emerging Markets sind langfristig durchaus sinnvoll, aber die Gewichtung war definitiv zu hoch. Ich halte mich an die klassische Regel: maximal 10% EM im Gesamtportfolio und davon höchstens ein Drittel in Einzelländer.
China ist super volatil und politisch unberechenbar geworden. Die Regulierungswelle hat viele Sektoren getroffen. Bei deinem Anlagehorizont von 20 Jahren könntest du durchhalten, aber ich würde schrittweise umschichten - nicht alles auf einmal verkaufen, sondern über Monate verteilt und das Geld in einen breiten World ETF stecken.