Hi zusammen, bin seit 2023 investiert, hauptsächlich in den MSCI World. Jetzt wo die Gartensaison wieder losgeht und ich mehr Zeit zum Nachdenken hab, beschäftigt mich folgende Frage: Ihr kennt das alle - jeden Tag neue Schlagzeilen über Fed-Zinsentscheidungen, Inflationsdaten, Rezessionsängste, China-Sorgen usw. Dazu kommen noch die ganzen "Experten" im TV die einem erklären wann der perfekte Einstiegszeitpunkt ist. Da ich aber bis 2027 bzw. eigentlich bis zur Rente (noch 35 Jahre!) Zeit hab, frage ich mich: Welche von diesen kurzfristigen Marktindikatoren ignoriert ihr bei eurer ETF-Auswahl komplett? Bei mir ist es mittlerweile so dass ich die täglichen Nachrichten über Leitzinsen etc. bewusst ausblende. Solange die Grundstruktur vom MSCI World stimmt interessiert mich nicht ob der morgen 2% hoch oder runter geht. Wie handhabt ihr das? Schaut ihr noch auf sowas wie VIX, Yield Curve, PMI-Daten oder konzentriert ihr euch nur auf die ganz langfristigen Trends? Gruß Markus
Als jemand der schon die Dotcom-Krise und 2008 miterlebt hat kann ich nur sagen: ignoriert den ganzen Lärm! Die meisten Indikatoren sind sowieso rückblickend und für Market Timing völlig ungeeignet.
Ich schaue seit Jahren nur noch auf drei Sachen: 1) Ist mein ETF noch breit diversifiziert, 2) sind die Kosten unter 0,5% und 3) läuft die Besparung automatisch. Punkt.
Alle anderen Kennzahlen sind für Daytrader interessant, aber nicht für uns Langfristanleger. Der größte Fehler den ich früher gemacht hab war ständig zu optimieren und umzuschichten. Dadurch hab ich mehr Rendite verschenkt als jeder Marktcrash gekostet hätte.
Einfach stur besparen und gut ist.
Kann ich so unterschreiben Markus! Seit ich ins ETF-Depot gewechselt bin (vorher hatte ich noch ne klassische Riester-Versicherung) schaue ich bewusst nicht mehr täglich auf die Kurse.
Was ich komplett ignoriere: alle kurzfristigen Zinsprognosen der Fed/EZB, die ganzen Rezessionsindikatoren wie inverses Zinsdreieck und sowas. Das ist alles viel zu kurzfristig gedacht für unseren Zeithorizont.
Worauf ich noch achte: Bewertungsniveaus einzelner Regionen (KGV, Shiller-PE) aber nur für die grobe Gewichtung. Und die demografische Entwicklung - das ist was wirklich langfristig zählt meiner Meinung nach.
Die ganze Diskussion über Freibeträge zeigt ja auch: wir sollten in Jahrzehnten denken, nicht in Quartalen.
Hmm, ich seh das etwas anders als die Vorredner. Klar, Market Timing ist schwierig aber komplett blind zu investieren finde ich auch nicht optimal.
Ignorieren tue ich: VIX (viel zu volatil), die meisten Fed-Protokolle (eh nur Gerede), Währungsschwankungen bei USD/EUR.
Aber auf Bewertungen schau ich schon - wenn der MSCI World ein KGV von 25+ hat reduziere ich mal den Sparplan für 2-3 Monate. Ist nicht perfekt aber besser als stur bei Höchstständen zu kaufen.
Und gerade jetzt im Frühjahr wo die Energiekosten vom Winter abgerechnet werden sieht man ja auch wie wichtig die Inflationsentwicklung ist. Das beeinflusst ja letztendlich unsere reale Kaufkraft im Alter.
Komplett ignorieren würd ich's nicht, aber auch nicht täglich drüber grübeln.