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Rebalancing-Rhythmus fürs Altersvorsorgedepot: Kalender oder Schwellenwert?

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Markus B.
Beiträge: 24
Themenstarter
(@frhrenteplaner7)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#126]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade intensiver mit der Vorbereitung auf das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 und versuche, meine Strategie schon jetzt festzulegen – damit ich im Januar nicht planlos reinspringe.

Eine Frage, bei der ich noch keine klare Antwort gefunden habe: Wie oft sollte man im ETF-Depot rebalancen? Ich lese immer zwei verschiedene Ansätze:

1) Kalenderbasiert – z.B. einmal pro Jahr, viele empfehlen Januar oder Ende des Jahres
2) Schwellenwert-basiert – also erst rebalancen, wenn eine Position z.B. um 5% oder 10% von der Zielallokation abweicht

Bei einem geförderten Depot macht das doch steuerlich oder kostenmäßig vielleicht nochmal einen anderen Unterschied als bei einem normalen Depot, oder? Ich frage mich, ob man durch zu häufiges Rebalancen irgendwelche Nachteile hat, oder ob zu seltenes Rebalancen das Risikoprofil zu sehr verändert.

Mein geplantes Portfolio wäre ein klassisches 3-ETF-Portfolio (Welt, EM, Anleihen), also nicht mega-komplex. Aber trotzdem will ich das von Anfang an richtig machen.

Hat jemand dazu Erfahrungen oder kann erklären, was im Kontext des neuen Depots besonders zu beachten ist? Bin dankbar für jeden Input.

Grüße


7 Antworten
S.Weber25
Beiträge: 40
(@s-weber25)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

ehrlich gesagt les ich hier viel theorie aber für mich als einsteiger klingt das alles erstmal komplizierter als es sein muss. ich plane mit nem einzigen welt-ETF anzufangen, da stellt sich die rebalancing-frage erstmal gar nicht 😅

aber für alle die mehrere positionen haben: klingt so als ob 1x jährlich + 10% schwelle als kombination der praxis-kompromiss ist den die meisten hier empfehlen. das kann ich mir zumindest merken.


Antwort
Petra-Meier
Beiträge: 26
(@petra-meier)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich habe das Thema im Anfänger-Thread schon mal angesprochen, weil Rebalancing einer der Punkte ist wo viele Einsteiger meiner Beobachtung nach komische Entscheidungen treffen.

Mein Rat: Legt euch VOR dem Start auf eine Methode fest und schreibt sie euch auf. Klingt banal, aber wenn die Märkte mal 15% nachgeben, ist man plötzlich emotional involviert und macht dann doch was anderes als geplant. Dann heißt es 'ich warte noch bis es sich erholt' statt zu kaufen – das ist genau falsch.

Kalenderbasiert hat den Vorteil, dass man disziplinierter bleibt und nicht ständig am Depot schraubt. Gerade für Leute die nicht täglich Kurse verfolgen wollen – und das ist die Mehrzahl – ist einmal jährlich oft realistischer als 'ich rebalance wenn was auffällt'.

Das Sommerloch ist übrigens ein guter Zeitpunkt um sich das in Ruhe zu überlegen, bevor 2027 kommt.


Antwort
A.Bergmann
Beiträge: 62
(@a-bergmann)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Da muss ich Petra-Meier teilweise widersprechen: Ich sehe das mit dem festen Kalender nicht ganz so. Das Problem ist, dass der Markt sich nicht nach dem Kalender richtet. Ein jährlicher Rebalance im Dezember kann bedeuten, dass man im Oktober schon 12% Abweichung hatte und nichts gemacht hat.

Aus meiner Sicht ist der Schwellenansatz konzeptionell sauberer – er reagiert auf tatsächliche Veränderungen statt auf das Datum. Die Disziplinfrage, die Petra-Meier anspricht, löse ich anders: indem ich klare Regeln für den Schwellenwert aufschreibe und mir calendar reminders setze die mich zum Check zwingen, nicht zum Handeln.

Zum Altersvorsorgedepot spezifisch: Ich gehe davon aus dass intern umgeschichtete Beträge steuerlich anders behandelt werden als in einem normalen Depot. Wenn das so kommt, wäre das ein echter Vorteil und würde für häufigeres Rebalancing im geförderten Depot sprechen – im Vergleich zu einem Paralleldepot ohne Förderung. Endgültig klären lässt sich das aber erst 2027.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 24
(@markus8460)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich schreib mal kurz was dazu als jemand der sich mit dem Berufseinsteigerbonus beschäftigt hat: Für Berufseinsteiger mit noch kleinen Depotvolumina ist Rebalancing eh erstmal fast egal. Wenn man z.B. nur 1.500€ im Depot hat, machen 5% Abweichung gerade mal 75€ aus – dafür lohnt sich die Transaktion oft nicht mal.

Das ändert sich natürlich mit der Zeit, wenn das Depot wächst. Dann macht ein Schwellenmodell deutlich mehr Sinn, weil die absoluten Beträge relevant werden.

Was ich noch ergänzen würde: Viele unterschätzen, dass man beim Rebalancing auch einfach die Sparrate nutzen kann, statt zu verkaufen. Also neue Beiträge gezielt in die unterperfomante Position fließen lassen – das spart Transaktionen und ist oft eleganter. Das geht natürlich am besten, solange man noch regelmäßig einzahlt.


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