Hi Leute!
Ich bereite mich gerade auf das neue Altersvorsorgedepot vor und lese überall verschiedene Meinungen zum Rebalancing. Die einen sagen quartalsweise, andere jährlich, wieder andere nur bei größeren Abweichungen.
Mein Plan wäre 70% Welt-ETF und 30% EM-ETF. Bei den aktuellen Marktbewegungen verschiebt sich das ja ständig. Jetzt im Sommer hab ich endlich mal Zeit, mich richtig reinzulesen, bevor es nächstes Jahr losgeht.
Wie macht ihr das bzw. wie plant ihr das? Feste Termine oder nach Gefühl? Und lohnt sich überhaupt der Aufwand bei so kleinen Abweichungen? Die Transaktionskosten fressen ja auch wieder was weg, auch wenn die ETF-Sparpläne meist kostenlos sind.
Bin noch ziemlich neu bei dem Thema und würde mich über eure Erfahrungen freuen. Gibt es vielleicht sogar Apps oder Tools, die einem dabei helfen?
Danke schon mal!
Servus Nina,
gute Frage! Ich hab mich da auch schon intensiv mit beschäftigt. Aus meiner Sicht ist weniger oft mehr. Einmal im Jahr reicht völlig aus, es sei denn die Gewichtung weicht um mehr als 5-10 Prozentpunkte ab.
Bei deinem 70/30 Setup würde ich nur rebalancieren wenn z.B. der EM-Anteil auf unter 25% oder über 35% rutscht. Alles dazwischen ist normales Marktgeschehen.
Der Grund: Jede Umschichtung bedeutet Aufwand und potenzielle Steuern (auch wenn das bei der geförderten Altersvorsorge anders sein wird). Plus: Oft performt die "überwichtete" Seite gerade deshalb gut. Warum sollte man das künstlich bremsen?
Mein Tipp: Feste Termine im Kalender, einmal im Jahr. Ich mach das immer Ende November, dann hab ich noch Zeit für Anpassungen vor Jahresende. Wie ich neulich schon geschrieben hab, bei den Renditelücken können wir uns keine unnötigen Kosten leisten.
Also ich sehe das etwas entspannter. In 40 Jahren Börsenerfahrung hab ich gelernt: Time in the market beats timing the market - das gilt auch fürs Rebalancing.
Jährlich ist völlig ausreichend. Mehr Aufwand lohnt sich bei den kleinen Beträgen am Anfang gar nicht.