Hallo zusammen,
ich bin Gnter67, bin also schon etwas älter und überlege seit einiger Zeit ernsthaft, ob ich noch mal eine Immobilie kaufen soll – auch im Hinblick auf die Rente. Meine Frau und ich haben jetzt konkret geschaut und dabei hat mich wirklich überrascht, wie viel an Nebenkosten da zusammenkommt.
Bei uns wäre das Bayern, da sind allein schon 3,5% Grunderwerbsteuer fällig. Dann der Notar, Grundbuch, und je nachdem noch ein Makler. Das summiert sich schnell auf 10-12% des Kaufpreises, also bei einer Immobilie für 350.000 Euro locker 35.000 bis 40.000 Euro on top – die man einfach weg hat, keine Anlage, kein Eigenkapital.
Ich frage mich ehrlich gesagt, ob das bei der Altersvorsorgeplanung überhaupt jemand richtig auf dem Schirm hat. Wenn man das Eigenkapital für diese Nebenkosten erstmal ansparen muss, verschiebt sich ja alles nach hinten. Und wenn man dann noch überlegt, das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 parallel zu nutzen, muss man ja irgendwo Prioritäten setzen.
Hat hier jemand Erfahrungen gemacht, wie ihr das zeitlich und finanziell geplant habt? Gab es böse Überraschungen bei den Nebenkosten die ihr nicht auf dem Schirm hattet? Freue mich über ehrliche Erfahrungsberichte.
Das Thema kenn ich gut – die Nebenkosten sind tatsächlich einer der häufigsten Punkte, die Leute unterschätzen, egal ob jung oder erfahren.
Kurz zur Einordnung: Die 10-12% die du nennst sind realistisch, in manchen Bundesländern (Brandenburg, Thüringen etc.) sogar höher wegen der 6,5% Grunderwerbsteuer. Bayern ist mit 3,5% eigentlich noch glimpflich dran im Vergleich.
Was viele vergessen: Notarkosten und Grundbucheintrag sind gesetzlich geregelt (GNotKG), da gibt's kaum Spielraum. Beim Makler schon eher – seit 2020 gilt die Halbteilung, d.h. Käufer und Verkäufer teilen sich die Provision. Aber ob Makler involviert ist oder nicht, hängt vom Einzelfall ab.
Für die Planung würde ich sagen: Die Nebenkosten sollten komplett aus Eigenkapital kommen, nie finanziert werden – das ist ziemlich einhellige Meinung unter erfahrenen Immobilienkäufern. Ich hab das in einem anderen Thread auch schon angesprochen im Kontext von Staatliche Förderung beantragen - welche Unterlagen brauche ich? – letztlich geht's immer darum, was man wirklich liquide zur Verfügung hat.
Ob das Altersvorsorgedepot ab 2027 dann Priorität hat oder das Eigenkapital für die Immobilie – das ist ne Abwägungsfrage die wirklich vom Einzelfall abhängt. Pauschal lässt sich das kaum beantworten.