Hallo zusammen,
ich beschäftige mich seit einigen Monaten intensiv mit dem Gedanken, eine Eigentumswohnung zu kaufen – vor allem mit Blick auf meine Altersvorsorge. Ich bin 42, angestellt, und habe zwar etwas Eigenkapital angespart, aber noch keine konkrete Entscheidung getroffen.
Jetzt sitze ich hier im Sommer und schaue mir Exposés an (statt Urlaub zu planen, haha), und ich komme einfach nicht zu einem klaren Schluss. Die Preise in meiner Region haben sich in den letzten Monaten etwas beruhigt, aber von einem wirklichen Rückgang kann ich nicht sprechen. Manche sagen, die Zinsen bleiben hoch, also wird sich noch was tun. Andere meinen, jetzt ist genau der Moment, weil die Preise nicht weiter sinken werden und das Angebot knapper wird.
Meine konkreten Fragen:
- Habt ihr das Gefühl, dass sich der Markt noch weiter abschwächt, oder stabilisiert er sich gerade?
- Macht es überhaupt Sinn, jetzt zu kaufen, wenn die Finanzierungskosten so hoch sind – oder lieber weiter Eigenkapital ansparen und parallel vielleicht schon das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 nutzen?
- Wie entscheidet ihr sowas – nach Bauchgefühl oder nach Zahlen?
Ich weiß, das ist keine einfache Frage und hängt von vielen Faktoren ab. Aber vielleicht habt ihr ähnliche Überlegungen angestellt oder sogar gerade selbst in der Entscheidungsphase. Würde mich sehr über eure Einschätzungen freuen!
LG, Sabine
Hallo Sabine,
die Frage kenn ich gut – ich hab mich letztes Jahr ähnlich gequält. Kurze Einschätzung aus meiner Sicht: Der Markt hat sich stabilisiert, aber ein echter Preisverfall kommt in gefragten Lagen meiner Meinung nach nicht mehr. Was viele unterschätzen: Die Finanzierungskosten sind zwar hoch, aber wenn du dir eine Rate leisten kannst, baust du trotzdem Vermögen auf – im Gegensatz zu Miete.
Was mich aber nachdenklich macht: Du fragst, ob du parallel das Altersvorsorgedepot 2027 nutzen sollst. Das ist tatsächlich nicht so einfach zu beantworten. Ich hab mich neulich mit den Verwaltungskosten verschiedener Anbieter beschäftigt (dazu gibt's übrigens einen guten Thread hier: Verwaltungskosten beim Altersvorsorgedepot 2027: Wo zahlt man am wenigsten?), und wenn du schon eine Immobilie finanzierst, ist die monatliche Liquidität oft das Nadelöhr.
Mein Rat: Rechne erstmal durch, was dir nach einer realistischen Kreditrate noch für Sparraten bleibt. Dann wird sich die Frage 'Depot oder Eigentumswohnung' oft von selbst klären. Bauchgefühl hilft bei sowas leider wenig – da braucht's Zahlen.
Wie Markus schon sagt, kommt's wirklich auf deine persönliche Liquidität an. Ich würd trotzdem noch kurz ergänzen: In vielen B- und C-Lagen gibt's gerade durchaus noch Spielraum nach unten, gerade weil viele Kaufinteressenten wegen der Zinsen zögerlich sind. D.h. du hast momentan mehr Verhandlungsspielraum als noch vor zwei Jahren – das ist auch was wert.