Hallo zusammen,
ich stehe gerade kurz vor meinem ersten Immobilienkauf und beschäftige mich momentan intensiv damit, wie viel Eigenkapital ich wirklich brauche. Klar, den Kaufpreis hat man irgendwie im Kopf – aber dann fängt man an zu rechnen und merkt, dass die ganzen Nebenkosten einen schon ordentlich überraschen können.
Bei mir wäre das in NRW: Grunderwerbsteuer 6,5%, Notarkosten, Grundbucheintrag, dann noch die Maklerprovision (sofern Makler beteiligt)... das summiert sich schnell auf 12-15% des Kaufpreises obendrauf. Bei einer Wohnung für, sagen wir, 280.000 Euro wären das locker 35.000-40.000 Euro, die man quasi 'verbrennt', also nicht in die Immobilie selbst fließen.
Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht? Bin ich da irgendwo falsch in meiner Schätzung? Und was mich zusätzlich beschäftigt: Ich spare parallel schon für das neue Altersvorsorgedepot ab 2027, um vom Staat-Bonus zu profitieren. Aber mit den hohen Nebenkosten frag ich mich, ob ich mein angespartes Kapital lieber komplett aufs Eigenkapital konzentrieren soll oder trotzdem schon jetzt auf zwei Pferde setzen.
Freue mich über eure Erfahrungen, besonders wenn jemand schon durch diesen Prozess durch ist!
Markus
Hi Markus,
deine Schätzung mit 12-15% Nebenkosten ist leider realistisch, in manchen Bundesländern sogar eher am unteren Rand. NRW mit 6,5% Grunderwerbsteuer ist tatsächlich einer der teureren Standorte – Bayern oder Sachsen wären mit 3,5% deutlich günstiger, aber das hilft dir ja wenig wenn du in NRW kaufen willst.
Was viele wirklich unterschätzen sind die Notarkosten: die richten sich nach dem Kaufpreis und können schnell 1,5-2% ausmachen, plus Grundbuch nochmal 0,5%. Makler kommt dann halt noch obendrauf wenn einer beteiligt ist.
Zur Frage Altersvorsorgedepot vs. Eigenkapital: Das ist ehrlich gesagt ne individuelle Abwägung. Ich hab mich mit nem ähnlichen Thema schon mal im Kontext Förderung und persönliche Situation auseinandergesetzt, da ging's zwar um was anderes (Elternzeit und Altersvorsorgedepot – Förderung trotz Elterngeld?), aber der Grundgedanke war ähnlich: staatliche Förderung komplett liegenlassen ist selten optimal, auch wenn man gerade viel Kapital für anderes braucht.
Mein Tipp: Rechne erstmal durch, wie viel Eigenkapital die Bank wirklich mindestens erwartet (meist 20-25% inkl. Nebenkosten), und was dann noch übrig bleibt. Dann siehst du ob du überhaupt beides parallel stemmen kannst.