Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade intensiv mit dem neuen Altersvorsorgedepot, das ja ab 2027 starten soll, und stecke bei einer Frage fest, bei der ich nicht wirklich weiterkomme.
Es geht um die Wahl zwischen thesaurierenden und ausschüttenden ETFs. Im normalen Depot wäre mir das relativ egal, weil ich die Ausschüttungen einfach reinvestieren kann. Aber beim Altersvorsorgedepot ist das ja ein bisschen anders – da gibt es die staatliche Förderung, den besonderen steuerlichen Rahmen und irgendwann auch die Auszahlungsphase.
Meine Überlegung ist: Bei thesaurierenden ETFs wächst alles automatisch weiter, kein manuelles Reinvestieren, Zinseszins läuft durch. Bei ausschüttenden ETFs bekomme ich Ausschüttungen, aber was passiert damit innerhalb des Vorsorgedepots? Werden die automatisch reinvestiert? Oder landen die irgendwie außerhalb der Förderstruktur?
Ich bin auch unsicher, ob die Vorabpauschale beim Altersvorsorgedepot genauso greift wie beim normalen ETF-Depot. Ehrlich gesagt weiß ich da noch nicht genug drüber.
Das Ganze hätte ich mir eigentlich für den Urlaub im August aufgespart zum Durchlesen, aber jetzt wo ich schon dabei bin... 😄
Gibt es hier jemanden, der das schon durchdacht hat? Macht es im Kontext des Altersvorsorgedepots einen relevanten Unterschied, welche Variante man wählt, oder ist das am Ende Geschmackssache?
Danke schon mal!
Ich muss ehrlich sagen, ich verstehe die ganze Aufregung darum nicht ganz. Ich bin jahrgangsbedingt nicht mehr in der Luxussituation, 30 Jahre vor mir zu haben – da hab ich bei diesem Thread hier schon drüber geschrieben.
Aber zur Frage: Thesaurierend hat in der Ansparphase einfach den Vorteil, dass man nichts tun muss. Das Geld bleibt im Topf, wächst weiter, fertig. Ausschüttungen klingen erstmal schön, aber wozu braucht man die während der Ansparphase? Nur wenn man das Geld wirklich braucht, macht ausschüttend Sinn – und das sollte beim Altersvorsorgedepot ja gerade nicht der Fall sein.
Die Vorabpauschale-Frage würde ich separat behandeln, das hängt von der konkreten gesetzlichen Ausgestaltung ab und ist 2026 noch nicht abschließend geklärt.
Thesaurierend, Ende der Geschichte 😄 Wer in der Ansparphase Ausschüttungen will, soll lieber gleich ein Tagesgeldkonto aufmachen.
Ich seh das etwas anders als RentenPro67 oben – zumindest was den Hinweis "abwarten" angeht. Man kann ja schon heute durchdenken, was logisch sinnvoller ist, auch wenn die Umsetzung noch offen ist.
Rein von der Logik her: In der langen Ansparphase bis zur Rente ist thesaurierend fast immer vorzuziehen. Keine Ausschüttungen, die irgendwo parken müssen, kein manueller Aufwand, keine Frage ob reinvestiert wird oder nicht. Der Effekt über 20-30 Jahre ist nicht zu unterschätzen.
Ausschüttend macht eher Sinn, wenn man in der Entnahmephase ist und regelmäßige Zahlungen haben möchte – aber das ist beim Altersvorsorgedepot ja ohnehin über die Auszahlungsstruktur geregelt, nicht über ETF-Ausschüttungen.
Ich hatte das Kostenthema schon an anderer Stelle angesprochen: Man sollte die kleinen Unterschiede nicht überbewerten, aber thesaurierend ist in der Aufbauphase schlicht die wartungsärmere Option.
Gute Frage, das beschäftigt viele hier. Ich hab mich in anderen Threads schon öfter mit Einsteigern ausgetauscht – z.B. drüben bei Mit 1.800€ netto als Berufseinsteiger – lohnt sich das Depot überhaupt? – und diese Frage taucht regelmäßig auf.
Grundsätzlich: Im normalen Depot ist Thesaurierung für viele attraktiv, weil man keine Ausschüttungen manuell reinvestieren muss und der Zinseszins ungestört läuft. Im Altersvorsorgedepot 2027 wird das ähnlich gelten, aber es gibt einen wichtigen Punkt: Wie Ausschüttungen innerhalb der Förderstruktur behandelt werden, hängt davon ab, wie die jeweiligen Anbieter das technisch umsetzen. Wenn Ausschüttungen automatisch reinvestiert werden und innerhalb des Depots bleiben, ist der Unterschied zur Thesaurierung minimal.
Zur Vorabpauschale: Die greift im Altersvorsorgedepot anders als im freien Depot – die genauen Regelungen sind im Altersvorsorgereformgesetz angelegt, aber erst ab 2027 praktisch relevant. Aktuell würde ich noch abwarten, was die Anbieter konkret kommunizieren. Bis dahin: Thesaurierend ist in der Ansparphase für die meisten die unkompliziertere Wahl.