Hi zusammen!
Bin gerade dabei mein ETF-Portfolio für 2027 zusammenzustellen und stoße immer wieder auf das Thema Spread. Klar, die TER ist eine Sache, aber bei den Handelskosten wird's dann doch komplizierter.
Hab mal bei einem MSCI World ETF geschaut - morgens um 9 Uhr war der Spread bei etwa 0,08%, nachmittags dann nur noch 0,03%. Bei kleineren ETFs (z.B. Emerging Markets Small Cap) hab ich teilweise 0,25% gesehen. Das ist ja schon ordentlich Geld bei größeren Summen.
Meine Fragen:
- Ab welchem Spread sollte man lieber die Finger von einem ETF lassen?
- Gibt es bestimmte Handelszeiten wo die Spreads generell niedriger sind?
- Verstecken sich in den Spreads noch andere Kosten die mir nicht bewusst sind?
Will im Sommer noch mal größere Positionen aufbauen, bevor das Altersvorsorgedepot startet. Da kommt schon einiges zusammen und ich möchte nicht unnötig Geld verschenken. Klimaanlage hat dieses Jahr schon genug gekostet 😅
Danke für eure Tipps!
Sehr gute Frage! Als Faustregel gilt: Bei großen, liquiden ETFs (MSCI World, S&P 500) sollte der Spread unter 0,1% liegen. Bei Nischen-ETFs kann er schon mal auf 0,2-0,3% gehen, dann wird's aber teuer.
Die besten Handelszeiten sind zwischen 9:00-17:30 Uhr, wenn sowohl Xetra als auch die US-Märkte aktiv sind. Nachts und am Wochenende werden die Spreads deutlich breiter.
Versteckte Kosten gibt es eigentlich nicht direkt im Spread, aber achte auf die Börsenplätze. Tradegate und Lang & Schwarz haben oft engere Spreads als kleinere Regionalbörsen. Und: Bei größeren Summen lohnt sich manchmal der Gang zu Xetra, auch wenn die Ordergebühr höher ist.
Da muss ich S.Weber teilweise widersprechen - 0,3% Spread bei Nischen-ETFs ist schon grenzwertig. Ich würde sagen: alles über 0,15% sollte man sich zweimal überlegen.
Was die versteckten Kosten angeht: Pass auf die Market Maker auf! Manche Broker haben Vereinbarungen mit bestimmten Market Makern und leiten deine Order dorthin weiter (Payment for Order Flow). Das merkst du nicht direkt, aber die Kurse können dann minimal schlechter sein.
Bei meinen Vorbereitungen für 2027 hab ich auch festgestellt: Lieber weniger ETFs mit engeren Spreads als viele exotische mit hohen Kosten.