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Altersvorsorgedepot für Kleinkinder – Förderung auch unter 18?

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LauraK
Beiträge: 23
Themenstarter
(@laurak)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen
[#111]

Hallo zusammen,

ich grübele schon seit ein paar Wochen über dieses Thema und nutze jetzt die ruhigere Urlaubszeit zum Nachdenken und Recherchieren. Meine Tochter ist gerade 3 Jahre alt und ich würde so gerne schon jetzt anfangen, für ihre spätere Altersvorsorge etwas zurückzulegen. Klingt vielleicht übertrieben, aber ich denke: 60+ Jahre Anlagehorizont sind einfach unschlagbar.

Meine Fragen:

Kann man das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 überhaupt für Kinder eröffnen, die noch nicht erwerbstätig sind? Ich hab gelesen, dass man förderberechtigt sein muss – aber gilt das auch für Kleinkinder, oder brauchen die erstmal eigenes Einkommen?

Und wenn es keine staatliche Förderung gibt für unter 18 ohne Einkommen: Würde es trotzdem Sinn machen, ein normales ETF-Depot für sie anzulegen und dann später, wenn sie anfängt zu arbeiten, auf das geförderte Modell umzusteigen?

Ich frage mich auch, ob es steuerlich irgendwelche Vorteile gibt, wenn Eltern für ihre Kinder einzahlen – Schenkung, eigener Freibetrag des Kindes usw.

Falls jemand das schon durchdacht hat oder ähnliche Erfahrungen (z.B. aus dem alten Riester für Kinder) mitbringt, wäre ich sehr dankbar!

LG Laura


4 Antworten
W.Hartmann
Beiträge: 34
(@w-hartmann)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Die Grundüberlegung ist richtig, aber ich würde einen Punkt ergänzen wollen.

Der Zinseszinseffekt über 60+ Jahre ist tatsächlich beeindruckend – das lässt sich mathematisch kaum toppen. Trotzdem sollte man realistisch bleiben: Ein Depot, das Eltern für ein Kleinkind anlegen, ist langfristig nur dann wirklich für die Altersvorsorge, wenn das Kind es auch so behandelt. Mit 18, 25 oder 30 ist die Versuchung groß, das Geld für Studium, Auto oder Wohnung zu nehmen – völlig verständlich, aber dann ist's halt kein Altersvorsorgekapital mehr.

Ich hab das in meinem Bekanntenkreis schon mehrfach erlebt. Das ist keine Kritik an deinem Plan, Laura, sondern eher ein Hinweis: Vielleicht lohnt es sich, das Kind frühzeitig in die Verantwortung einzubeziehen und den Zweck des Depots transparent zu machen. Geldbildung fängt nicht erst mit dem ersten Gehalt an.

Das neue Altersvorsorgedepot hat den Vorteil, dass es durch die Zweckbindung strukturell schützt – ein normales Kinderdepot hat diese Bremse nicht. Beide Instrumente haben also ihren Platz, aber man sollte den Unterschied kennen.


Antwort
Marcus-Weber
Beiträge: 2
(@marcus-weber)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Hallo Laura,

interessante Frage – ich hab mich im Kontext Elternzeit ja auch intensiv mit der Förderberechtigung beschäftigt (damals speziell für Eltern ohne Erwerbseinkommen, siehe auch den Thread Elternzeit und Altersvorsorgedepot – Förderung trotz Elterngeld?).

Nach meinem Kenntnisstand setzt das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 grundsätzlich eine eigene Steuerpflicht bzw. Förderberechtigung der begünstigten Person voraus. Ein 3-jähriges Kind hat die schlicht nicht. Die staatliche Förderung (also die Grundzulage und der Steuervorteil) greift daher für Kleinkinder ohne eigenes Einkommen aller Voraussicht nach NICHT.

Was du aber tun kannst: Ein klassisches Kinderdepot mit einem thesaurierenden Welt-ETF eröffnen. Das Kind hat einen eigenen Sparerpauschbetrag (derzeit 1.000 € pro Jahr), den viele Eltern gar nicht ausschöpfen. Schenkungen an Kinder sind bis 400.000 € alle 10 Jahre steuerfrei.

Mein persönlicher Rat: Kein Grund zu warten. Einfach jetzt schon ein normales Depot fürs Kind aufmachen und später, wenn sie eigenes Einkommen hat, zusätzlich das geförderte Depot nutzen. Die beiden Modelle schließen sich ja nicht aus.


Antwort
TechMax_89
Beiträge: 1
(@techmax_89)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Ich seh das etwas anders als WolfgangK oben – zumindest was die Vereinfachung angeht.

Technisch ist das nämlich gar nicht so trivial. Wenn man ein Depot im Namen eines Minderjährigen eröffnet, braucht man als Elternteil eine Vollmacht bzw. handelt als gesetzlicher Vormund. Je nach Broker gibt's da unterschiedliche Prozesse, und nicht jeder Anbieter unterstützt Minderjährigen-Depots gleich gut. Manche verlangen notarielle Bestätigungen für bestimmte Transaktionen, andere wickeln das komplett digital ab.

Ab 18 kann das Kind dann selbst entscheiden, was mit dem Depot passiert – und da lohnt es sich, das vorher klar zu kommunizieren. Hab schon Fälle gesehen, wo Eltern jahrelang gespart haben und das Kind dann mit 18 alles verkauft hat.

Für das Altersvorsorgedepot 2027 gilt: Sobald die Tochter ihre erste Ausbildung oder Minijob anfängt und förderberechtigt ist, kann sie ein eigenes Depot eröffnen. Die Eltern können dann eventuell als Dritte einzahlen, sofern das die Fördervoraussetzungen nicht verletzt – aber das sollte man genau prüfen.

Den Ansatz 'jetzt normales ETF-Depot, später gefördertes Depot' finde ich jedenfalls sinnvoll.


Antwort
WolfgangK
Beiträge: 10
(@wolfgangk)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Kurz gesagt: Für ein Kind ohne eigenes Einkommen gibt's keine staatliche Förderung im neuen Depot – das ist halt an Erwerbstätigkeit geknüpft. Aber ein normales ETF-Depot für Kinder lohnt sich trotzdem enorm, gerade wegen des langen Zeithorizonts. Das is eigentlich der einfachste Fall überhaupt.


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