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ETF-Depot fürs Kind ab 2027 – lohnt früher Start wirklich?

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Wolfgang52
Beiträge: 21
Themenstarter
(@wolfgang52)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen
[#110]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade in den langen Sommerabenden etwas intensiver mit dem Thema Altersvorsorgedepot ab 2027 und bin dabei auf eine Frage gestoßen, die mich nicht loslässt.

Mein Sohn ist gerade 8 Jahre alt. Ich habe gelesen, dass das neue geförderte Depot auch für Kinder genutzt werden können soll – bin aber ehrlich gesagt noch nicht ganz sicher, ob ich das richtig verstanden habe. Gilt die staatliche Förderung auch, wenn man ein Depot im Namen eines Kindes eröffnet? Und wer zahlt da eigentlich ein – ich als Vater, oder muss das Kind selbst Beitragszahler sein?

Der Gedanke ist natürlich verlockend: Wenn ich jetzt mit kleinen Beträgen anfange und der Zinseszins 50+ Jahre arbeiten kann, müsste das doch eine erhebliche Summe ergeben am Ende. Ich hab das mal grob durchgerechnet und war selbst überrascht.

Aber ich frage mich auch: Macht das wirklich Sinn, das Geld so lange zu binden? Mein Sohn wird das Geld ja frühestens mit 62 oder 63 anfassen können, oder? Gibt es da überhaupt Ausnahmeregelungen?

Und: Hat jemand von euch schon konkrete Informationen, ob Anbieter für 2027 bereits Kinderdepots in dieser Form anbieten werden?

Danke schon mal für eure Einschätzungen.


4 Antworten
Petra-Meier
Beiträge: 6
(@petra-meier)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Da muss ich H.Bergmann ein bisschen widersprechen, bzw. ergänzen: Es kommt darauf an, was man eigentlich erreichen will. Wenn das Ziel wirklich Altersvorsorge des Kindes ist – und nicht Kapital für Studium oder Hausbau – dann ist die Bindungsfrist ja kein Problem, sondern Sinn der Sache. Ich hab mich in diesem Kontext auch schon damit beschäftigt, was passiert wenn man spät einsteigt oder früh anfängt: Kann man mit 2027er Depot überhaupt noch aufholen bei hohen Lücken? – und der Tenor dort war eindeutig: früh starten macht einen riesigen Unterschied.

Für ein 8-jähriges Kind mit Depot-Start 2027 wären das über 50 Jahre Laufzeit. Selbst ohne Förderung und mit kleinen Beiträgen kommt da was zusammen. Mein Tip wäre: Getrennt denken. Eigenes gefördertes Depot für dich, freies ETF-Depot (Kinderdepot bei einer normalen Direktbank) für den Sohn. Das ist flexibler und du musst nicht auf Fördervoraussetzungen hoffen die vielleicht gar nicht greifen.


Antwort
Marco_8763
Beiträge: 2
(@marco_8763)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Kurz gesagt: Kinderdepot ja, aber nicht als gefördertes Altersvorsorgdepot. Das passt regulatorisch nicht zusammen solang das Kind keine eigenen beitragspflichtigen Einkünfte hat. Normales ETF-Depot reicht fürs Kind völlig.


Antwort
Markus-Dreher
Beiträge: 1
(@markus-dreher)
New Member
Beigetreten: Vor 6 Tagen

Gute Frage, die ich mir ehrlich gesagt auch schon gestellt habe – ich bin da aber skeptisch geblieben.

Nach meinem Verständnis des Altersvorsorgereformgesetzes ist das Depot an die eigene Altersvorsorge geknüpft, d.h. die Förderung (Grundzulage etc.) setzt voraus, dass der Depotinhaber selbst förderberechtigt ist. Für ein Kind, das keine eigenen Einkünfte hat und nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist, dürfte die staatliche Zulage in der Regel nicht greifen – zumindest nicht in der vollen Form.

Ich hatte zum Thema Kosten und Förderstruktur schon mal etwas zusammengetragen: Kostenfallen beim Altersvorsorgedepot: Was steht nicht im Preisverzeichnis? – da taucht auch die Frage auf, für wen die Fördervoraussetzungen wirklich gelten.

Das heißt nicht, dass ein ETF-Depot fürs Kind keine gute Idee ist – aber dann wohl eher als normales Depot ohne steuerliche Förderung. Das lohnt sich natürlich trotzdem durch den langen Zeithorizont. Die Frage ist eben ob man das Geld 50 Jahre wirklich fest einschließen will.


Antwort
H.Bergmann
Beiträge: 45
(@h-bergmann)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Ich kenn das Thema ein bisschen aus eigener Recherche, weil ich als Freiberufler eh genau hinschauen musste, wer überhaupt förderberechtigt ist. Kinder sind meines Wissens nach nicht eigenständig förderberechtigt, solange sie keine eigenen förderrelevanten Einküfte haben – also keine sozialversicherungspflichtge Beschäftigung. Steht sinngemäß auch in den Grundlagen des Reformgesetzes.

Der Zinseszinseffekt über 50 Jahre ist natürlich real und beeindruckend, da hat Wolfgang52 völlig recht. Aber ich würd ehrlich gesagt trennen: Für echte Altersvorsorge mit Förderung eher das eigene Depot nutzen. Für das Kind lieber ein separates ETF-Depot ohne die Bindungsfristen des Altersvorsorgeprodukts – dann ist das Geld auch verfügbar wenn das Kind z.B. mit 25 ein Studium finanzieren will oder eine Wohnung braucht. Die lebenslange Bindung ist für ein Kind aus meiner Sicht eher ein Nachteil als ein Vorteil.


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