Ich versuche gerade, mir einen sauberen Überblick über die steuerliche Systematik des neuen Altersvorsorgedepots im Vergleich zu klassischen Rentenversicherungsprodukten zu verschaffen. Konkret geht es mir um die Einzahlungsseite und die Auszahlungsseite, also beide Phasen.
Beim AVD 2027 scheint die staatliche Förderung über eine direkte Zulage zu laufen, nicht über den klassischen Sonderausgabenabzug wie bei Riester. Aber ich frage mich: Kann ich trotzdem eine Günstigerprüfung beim Finanzamt anstoßen? Und wenn ja, ab welchem zu versteuernden Einkommen lohnt sich das rechnerisch überhaupt?
Auf der anderen Seite: Bei einer klassischen privaten Rentenversicherung (nicht Basisrente) wird die Rente im Alter mit dem Ertragsanteil besteuert. Das klingt auf den ersten Blick attraktiv. Aber wie ist das beim neuen AVD im Auszahlungsplan? Gilt da auch nur Ertragsanteil, oder ist das eine vollständige nachgelagerte Besteuerung wie bei der gesetzlichen Rente?
Ich will das Ganze eigentlich modellieren – also beide Szenarien mit konkreten Zahlen gegenüberstellen. Aber dafür brauche ich erst die steuerliche Grundlogik korrekt verstanden. Hat hier jemand schon fundiert nachgelesen oder kennt relevante Paragraphen aus dem Reformgesetz? Das Sommerloch nutze ich gerade aktiv zum Recherchieren, bevor das Thema im Herbst wieder in aller Munde ist.
Gute Frage, ich bin da ehrlich gesagt auch noch nicht ganz durchgestiegen. Mein Verständnis bisher: Beim AVD läuft die Förderung tatsächlich primär über die Zulage, also ähnlich wie Riester aber vereinfacht. Die Günstigerprüfung soll laut Reformgesetz aber trotzdem möglich sein – macht sich meiner Einschätzung nach erst ab einem gewissen Grenzsteuersatz bemerkbar, irgendwo so ab 25-30% dürfte das relevant werden, aber das hab ich noch nicht konkret durchgerechnet.
Was die Auszahlungsseite angeht: Ich glaube, beim AVD wird es Richtung nachgelagerter Besteuerung gehen, also nicht nur Ertragsanteil wie bei der privaten RV. Das wäre dann ein klarer Nachteil gegenüber der klassischen Variante – zumindest wenn man im Alter noch ein ordentliches Einkommen hat.
Ich würde gern deine Modellierung sehen wenn du sie fertig hast. Bin selbst am überlegen, ob ich den AVD als Ergänzung zum normalen ETF-Sparplan nehme oder doch als Kern. Die steuerliche Logik ist dabei für mich auch entscheidend.