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Tagesgeld oder Sparbuch: Was bringt mir als Rentner mehr?

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Heinz M.
Beiträge: 24
Themenstarter
(@heinz_1952)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#127]

Guten Tag zusammen,

ich bin seit einigen Jahren Rentner und habe mich jetzt intensiver mit dem neuen Altersvorsorgedepot befasst, das ja ab 2027 starten soll. Da ich noch keinen großen Erfahrungsschatz mit modernen Bankprodukten habe, beschäftigt mich gerade eine grundlegende Frage: Wie soll ich das Geld anlegen, das ich eventuell als Rücklage neben dem Depot halten möchte?

Mein ganzes Leben lang hatte ich ein Sparbuch bei meiner Sparkasse. Das kenne ich, das verstehe ich, und ich wusste immer wie viel drauf ist. Jetzt lese ich überall dass Tagesgeld besser verzinst sein soll. Aber stimmt das wirklich? Ich hab das mal grob verglichen und war etwas überrascht – aber ich bin mir nicht sicher ob ich das richtig gemacht hab.

Mein konkretes Problem: Ich verstehe den Unterschied zwischen dem normalen Zinssatz und dem sogenannten "Effektivzins" nicht ganz. Und beim Sparbuch gibt es ja oft diese Kündigungsfristen von drei Monaten – zählt das bei einem Vergleich eigentlich mit rein? Also nicht nur die Zinsen, sondern auch die Flexibilität?

Ich frage das jetzt im Sommer weil ich überlege ob ich noch vor Jahresende etwas umschichten sollte, bevor das neue System 2027 losgeht. Meine Frau meint ich soll erst mal abwarten. Vielleicht hat sie Recht. Aber Informieren schadet ja nicht.

Freue mich über Erfahrungen von anderen hier im Forum.


4 Antworten
Gerhard L.
Beiträge: 25
(@gerhard62)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Also ich muss S.Bergmann da etwas widersprechen – oder zumindest ergänzen.

Das mit den Aktionskonditionen ist richtig, aber das ist doch kein Argument fürs Sparbuch. Es ist ein Argument dafür, den Anbieter regelmäßig zu wechseln oder zumindest zu prüfen. Als Rentner hat man die Zeit dafür, einmal im Jahr kurz zu schauen was der aktuelle Satz ist.

Ich bin selbst Rentner und hab das genauso gemacht wie Heinz es beschreibt – jahrelang Sparbuch, irgendwann dann doch mal umgeschaut. Der Unterschied war bei mir konkret spürbar, nicht dramatisch, aber nicht zu ignorieren.

Für das Altersvorsorgedepot 2027 ist das sowieso getrennt zu betrachten, da ich mich auch schon gefragt hab ob Rentner da überhaupt reinpassen: Rentner als Depotinhaber 2027 – bin ich überhaupt antragsberechtigt?

Kurz gesagt Heinz: Tagesgeld ist beim Zins klar vorne. Sparbuch ist bequemer wenn man nix anfassen will. Beides hat seinen Platz.


Antwort
Heinrich67
Beiträge: 60
(@heinrich67)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Hallo Heinz,

ich kenne die Situation gut – ich bin selbst nicht mehr weit von der Rente entfernt und hab mich ähnlich lange auf Sparbuch und Festgeld verlassen. Die Frage ist berechtigt.

Ein paar Ergänzungen zu dem was TechMike schreibt: Beim Tagesgeld schwankt der Zinssatz, das ist wichtig zu wissen. Die Bank kann den Satz jederzeit anpassen – nach oben wie nach unten. Das Sparbuch hat zwar oft einen niedrigeren Zinssatz, aber der ist zumindest etwas stabiler und vorhersehbarer, auch wenn das in der Praxis kaum einen Unterschied macht wenn du die Zahlen vergleichst.

Derzeit liegt ein gutes Tagesgeldkonto bei etwa 2,5–3 Prozent, ein normales Sparbuch bei der Sparkasse oft nur bei 0,5 bis 1 Prozent – das ist ein deutlicher Unterschied, besonders wenn du größere Summen liegen hast.

Ich hatte mich auch schon damit befasst, ob ein Wechsel von alten Produkten sich wirklich lohnt: Wann lohnt sich der Wechsel von Riester? – damals bezogen auf Riester, aber der grundsätzliche Gedanke ist ähnlich: Wechselaufwand gegen Mehrrendite abwägen.

Deine Frau muss also nicht falsch liegen, aber wenn die Differenz deutlich ist, lohnt ein Umschichten schon vor 2027.


Antwort
TechMike_92
Beiträge: 42
(@techmike_92)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Hey Heinz, das ist ne super legitime Frage, auch wenn sie erstmal simpel klingt!

Kurz zu deiner Effektivzins-Frage: Der Effektivzins berücksichtigt den Zinseszins-Effekt – also ob die Zinsen monatlich oder nur einmal jährlich gutgeschrieben werden. Beim Tagesgeld ist das oft monatlich, beim Sparbuch meist jährlich. Wenn du zwei Angebote vergleichst, immer den Effektivzins nehmen, nicht den Nominalzins.

Zur Flexibilität: Ja, die Kündigungsfrist beim Sparbuch ist absolut ein Faktor, den du einrechnen solltest. Beim klassischen Sparbuch kommst du pro Monat nur an 2.000€ ohne Frist ran, alles drüber braucht drei Monate Vorlauf. Tagesgeld ist dagegen täglich verfügbar – daher der Name.

Für die Altersvorsorge-Rücklage 2027 würd ich sagen: Tagesgeld macht in den meisten Fällen mehr Sinn. Ich hab mich zu dem Thema auch schon in anderen Bereichen belesen, z.B. zur Frage wie man Einzahlungen strukturiert – da spielt Flexibilität auch eine Rolle: Einzahlung monatlich oder einmal jährlich - was passt besser?

Deine Frau hat aber auch nicht Unrecht – bis 2027 läuft noch einiges. Aber informieren ist nie falsch!


Antwort
S.Bergmann
Beiträge: 54
(@s-bergmann)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Ich beobachte die Zinsentwicklung für 2027 schon eine Weile und hab dazu auch schon mal einen Thread angestoßen.

Nur ein sachlicher Hinweis: Der Vergleich von Nominal- und Effektivzins ist bei Tagesgeld eigentlich unkritisch, weil die Laufzeit keine Rolle spielt – du bekommst die Zinsen gutgeschrieben und das war's. Das relevantere Kriterium beim Vergleich von Tagesgeld zu Sparbuch ist tatsächlich die Zugriffsgeschwindigkeit und ob Aktionskonditionen nach wenigen Monaten enden. Viele Anbieter locken mit 3,5 % für die ersten drei Monate, danach fällt das Ding auf 1,8 % zurück. Wer das nicht aktiv verfolgt, verliert den Vorteil wieder. Da ist das Sparbuch in seiner Schlichtheit manchmal ehrlicher.

Für das neue Altersvorsorgedepot 2027 als Kontext: Der Puffer drumherum sollte jedenfalls liquide und gebührenfrei sein. Ob Tagesgeld oder Sparbuch ist dabei zweitrangig solange du weißt was du tust und regelmäßig hinschaust.


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