Liebe Forumsmitglieder,
als pensionierter Banker möchte ich heute eine Frage für einen guten Bekannten stellen, der sich nicht traut selbst zu fragen. Er ist 45 Jahre alt und hat durch verschiedene Lebensereignisse (Scheidung, Arbeitslosigkeit) bisher nur sehr wenig für die Rente zurückgelegt.
Jetzt wo es wieder läuft, kann er monatlich etwa 800-1000€ sparen und hat zusätzlich 50.000€ Nachholbedarf identifiziert. Bei noch 22 Jahren bis zur Rente stellt sich die Frage: Welche ETF-Strategie macht bei diesem späten Start noch Sinn?
Ich denke an eine Kombination aus 70/30 World/EM, aber bei der kurzen Laufzeit bin ich unsicher ob das Risiko-Rendite-Verhältnis noch passt. Sollte man bei spätem Start konservativer werden oder gerade deshalb mehr Risiko fahren?
Nach dem langen Winter hab ich übrigens endlich wieder Zeit für solche Überlegungen - die Gartensaison lenkt einen ja doch sehr ab 😊
Wie seht ihr das? Welche Strategien haben bei euch in ähnlichen Situationen funktioniert?
Hallo zusammen,
als jemand der selbst erst spät richtig angefangen hat (war damals auch schon über 40), kann ich deinem Bekannten Mut machen. 22 Jahre sind noch eine ordentliche Zeitspanne!
Bei der Strategie würde ich aber etwas defensiver rangehen als du vorschlägst. Ich hatte damals 60/40 World/EM gemacht und später sogar einen kleinen Anleihe-Anteil beigemischt. Das Risiko ist bei spätem Start einfach zu groß - wenn in den letzten 5-10 Jahren vor Rente nochmal ein großer Crash kommt, hat man keine Zeit mehr das auszusitzen.
Was ich sehr empfehlen kann: Den 50k Nachholbedarf nicht auf einmal investieren, sondern über 2-3 Jahre stückeln. Das reduziert das Timing-Risiko erheblich.
Übrigens - falls dein Bekannter Kinder hat, sollte er auch an deren Altersvorsorge denken. Ich bespare für meine drei Enkel seit Jahren Kinderdepots und das läuft fantastisch. Je früher man anfängt, desto weniger muss man monatlich einzahlen.
Die 800-1000€ monatlich sind auf jeden Fall ein guter Grundstein. Wichtig ist jetzt konsequent durchzuziehen und nicht bei jedem Rücksetzer nervös zu werden.
Grüße
Gerhard