Hallo zusammen,
ich bin etwas verwirrt und hoffe ihr könnt mir weiterhelfen. Ich wollte für mein Altersvorsorgedepot ein paar ETFs kaufen und war bei meiner Hausbank (Sparkasse). Die haben mir gesagt, dass ich 2,5% Ausgabeaufschlag zahlen muss für jeden Fonds den ich kaufe.
Gleichzeitig hab ich von Kollegen gehört, dass sie bei Direktbrokern wie Trade Republic oder Scalable Capital die gleichen ETFs komplett ohne Ausgabeaufschlag kaufen können. Das kann doch nicht sein?
Ich verstehe nicht warum ich bei der Bank so viel mehr zahlen soll. Bei 1000€ wären das schon mal 25€ weg, bevor überhaupt investiert wird. Das macht bei regelmäßigen Sparplänen richtig viel aus über die Jahre.
Meine Beraterin meinte, ich bekomme dafür eine bessere Beratung und Sicherheit. Aber ehrlich gesagt hab ich das Gefühl die will mir nur teure Produkte verkaufen. Nach diesem Winter mit den hohen Energiekosten muss ich eh schon jeden Euro zweimal umdrehen.
Kann mir jemand erklären wo der Unterschied liegt? Ist das wirklich nur Abzocke oder gibt es tatsächlich Vorteile bei der Hausbank? Ich möchte nichts falsch machen bei der Altersvorsorge.
Ich sehe das etwas differenzierter als die Vorredner. Ja, die Gebührenunterschiede sind real und beträchtlich. Aber man sollte auch bedenken, dass bei Direktbrokern gewisse Risiken bestehen.
Wenn mal technische Probleme auftreten oder du Fragen hast, stehst du oft alleine da. Bei der Hausbank hast du einen Ansprechpartner. Außerdem bieten manche Filialbanken zusätzliche Services wie Steuerberatung oder Nachlassplanung.
Bei geförderten Produkten wie Riester kann eine persönliche Beratung durchaus wertvoll sein.
Trotzdem: 2,5% sind definitiv zu viel. Vielleicht erstmal mit einem kleineren Betrag bei einem Direktbroker anfangen und Erfahrungen sammeln?
Hallo LauraK,
die Unterschiede sind tatsächlich so krass wie du es beschreibst. Ich hatte vor ein paar Monaten eine ähnliche Situation mit einem Erbe und bin dann komplett zu einem Direktbroker gewechselt.
Die 2,5% Ausgabeaufschlag sind reine Provisionen für die Bank. Du zahlst praktisch für die Beratung mit, auch wenn du sie gar nicht brauchst. Bei Direktbrokern entfällt das, weil dort keine persönliche Beratung stattfindet.
Die "bessere Beratung" ist meist ein Verkaufsgespräch für teure Produkte. Wenn du dich selbst informierst (was du ja offensichtlich tust), brauchst du das nicht. Die gleichen ETFs kosten bei TR oder Scalable einfach 2,5% weniger - das ist über Jahre gesehen ein enormer Unterschied.
Fazit: Wechsel zum Direktbroker, spar dir die Gebühren und investiere das gesparte Geld lieber zusätzlich.
Kann ich nur bestätigen. Die Hausbanken leben noch in der Steinzeit was Gebühren angeht.
Bei meinem Sparplan würde ich bei der Sparkasse jedes Jahr hunderte Euro nur für Ausgabeaufschläge zahlen. Das ist Wahnsinn. Direktbroker haben einfach andere Kostenstrukturen - weniger Personal, weniger Filialen, alles digital.
Die "Beratung" bei der Bank ist eh meist nur Produktverkauf. Wenn du weißt was du willst, brauchst du das nicht.