Hallo zusammen, nach 15 Jahren Berufspause steige ich jetzt wieder ein und plane, das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 zu nutzen. Meine Strategie ist eigentlich klar: breit gestreute ETFs mit regelmäßigen Sparplänen, um von den langfristigen Renditen zu profitieren und die Inflation auszugleichen.
Jetzt überlege ich aber, ob ein Robo-Advisor vielleicht sinnvoll wäre. Die automatische Umschichtung und das Rebalancing hören sich praktisch an – besonders weil ich nach der langen Pause noch nicht so tief im Markt drin bin. Allerdings: Die meisten Robo-Advisoren kosten ja 0,5 bis 1% pro Jahr. Bei einem durchschnittlichen ETF-Sparplan zahle ich oft nur 0,1 bis 0,3% TER. Rechnet sich das? Oder versuche ich da, ein Problem zu lösen, das ich gar nicht habe?
Wie seht ihr das? Gibt es Robo-Advisoren, die das Altersvorsorgedepot 2027 speziell optimieren? Oder sollte ich lieber selbst die ETF-Allokation aufbauen und dann händisch überwachen?
Nach meinem Wiedereinstieg war für mich auch klar: Robo-Advisor kostet mich nur Rendite. Bei langen Sparfristen zahle ich mich selbst arm. Was ich aber sinnvoll finde: Einen guten Sparplanrechner nutzen, um die Inflationsauswirkungen durchzuspielen. Damit sehe ich, wie mein Depot gegen die Geldentwertung ankommt. Das ist wichtiger als automatische Umschichtung durch einen teuren Algorithmus.
Wichtiger Punkt: Denk auch an die nachgelagerte Besteuerung! Ein Robo-Advisor tätigt ständig kleine Umschichtungen. Das kann zu häufigen Realisierungen führen, die steuerlich nicht optimal sind – gerade wenn du später im Alter niedrigerer Steuersatz hast. Mit einem Buy-and-Hold-ETF-Portfolio mit gelegentlichem Rebalancing hast du mehr Kontrolle über deine Steuereffekte. Das ist ein Vorteil, den viele übersehen. Hier hab ich mich damit mal intensiver beschäftigt.
Gute Frage, Thorsten! Ich hab mich damit auch schon beschäftigt. Für mich persönlich war schnell klar: Bei einem Altersvorsorgedepot mit langfristigem Sparplan zahle ich lieber selbst 0,2% TER als einem Robo-Advisor 0,7% Extra. Der Aufwand für manuelles Rebalancing ist beim AVD echt überschaubar – 1x im Jahr checken, ob die Gewichtung noch passt, fertig. Das kann ich in meiner Freizeit neben dem Job machen. Ein Sparplan auf 3–4 breit gestreute ETFs ist schnell aufgesetzt.