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Steuerreporting beim Altersvorsorgedepot: Muss ich da selbst ran?

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Lisa-Weber
Beiträge: 49
Themenstarter
(@lisa-weber)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten
[#56]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade damit, welchen Broker ich für das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 nehmen soll – und bin über den Begriff 'steuerhässlich' gestolpert. Irgendwie klingt das nach viel Aufwand, den ich mir eigentlich sparen will.

Mein konkretes Problem: Ich habe bisher bei einem deutschen Broker ein ganz normales Depot, da läuft die Steuer quasi von selbst – Kapitalertragssteuer, Vorabpauschale, alles wird automatisch abgeführt und im Jahressteuerreport aufgeführt. Das kenne ich so und finde das super bequem.

Jetzt lese ich aber, dass manche Broker – vor allem ausländische oder Neobroker – diese Aufgaben nicht übernehmen und man dann selbst in der Steuererklärung alles aufdröseln muss. Gerade bei thesaurierenden ausländischen ETFs soll das ja besonders nervig sein.

Meine Fragen:
- Gilt das 'steuerhässlich'-Problem auch für das neue Altersvorsorgedepot 2027 oder regelt das neue Gesetz das irgendwie anders?
- Hat jemand praktische Erfahrung damit, wie viel Mehraufwand das wirklich bedeutet?
- Ist der steuerliche Komfort bei deutschen Brokern so viel besser, dass es die manchmal höheren Gebühren rechtfertigt?

Ich frage jetzt im Sommer schon, weil ich bis Ende des Jahres in Ruhe entscheiden möchte – ohne Zeitdruck. Wäre schön, von Leuten zu hören, die das schon durchdacht haben.

Danke!


2 Antworten
Max-Bauer
Beiträge: 27
(@max-bauer)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Da muss ich LaraKoch zustimmen, aber noch einen Punkt ergänzen: Bei einem geförderten Depot wie dem neuen Altersvorsorgedepot 2027 gibt es ohnehin eine nachgelagerte Besteuerung – d.h. Erträge werden nicht sofort versteuert, sondern erst bei der Auszahlung im Rentenalter. Das könnte das 'steuerhässlich'-Problem teilweise entschärfen, weil laufende Ausschüttungen und Vorabpauschalen innerhalb des geförderten Rahmens anders behandelt werden könnten. Ich hab mich zu dem Thema schon im Thread zur automatischen Datenpflege geäußert (Automatische Datenpflege im Altersvorsorgedepot – wie weit ist das?) – da geht es genau darum, wie viel Broker technisch abbilden und was man selbst dokumentieren muss. Konkret zum neuen Produkt 2027 warten wir aber noch auf finale technische Vorgaben von den Anbietern. Ich würde daher empfehlen, die Wahl des Brokers noch nicht endgültig zu treffen, sondern bis Herbst abzuwarten bis mehr Details bekannt sind. Dein Zeitplan klingt ohnehin vernünftig.


Antwort
LaraKoch
Beiträge: 32
(@larakoch)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich hab mich mit dem ETF-Kostenthema schon länger beschäftigt (da gibts auch einen guten Thread dazu: ETF-Kosten verstehen - was kostet mich das Altersvorsorgedepot wirklich?) und dabei ist das Steuerreporting quasi als Nebenthema immer mitgelaufen.

Zur ersten Frage: Soweit ich das verstehe, ändert das neue Altersvorsorgereformgesetz nichts daran, ob ein Broker 'steuereinfach' oder 'steuerhässlich' ist. Das ist eine technische und organisatorische Sache des jeweiligen Anbieters, kein gesetzlicher Standard. Sprich: Wenn dein Broker keine automatische Steuerabführung übernimmt, musst du das weiterhin selbst machen – egal ob normales Depot oder Altersvorsorgedepot 2027.

Aus meiner Erfahrung: Der Unterschied ist wirklich spürbar. Bei einem deutschen Broker mit Steuerservice musst du im Prinzip gar nichts tun. Bei einem ausländischen Anbieter ohne diese Funktion sammelst du über das Jahr Belege, rechnest Vorabpauschalen selbst nach und trägst das in die Anlage KAP ein. Das kann locker 2-3 Stunden kosten, je nach Anzahl der Positionen.

Ob das die Mehrgebühren rechtfertigt – kommt drauf an, wie viel dir deine Zeit wert ist und wie sicher du dich mit Steuerkram fühlst. Ich persönlich zahle lieber etwas mehr und hab den Kopf frei.


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