Hallo zusammen,
ich mache mir gerade intensiver Gedanken darüber, mit welchen konkreten Inflationsszenarien wir Vorsorgesparer für 2026 und die Jahre danach realistisch rechnen sollten – und wie sich das auf die Strategie für das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 auswirkt.
Hintergrund: Die EZB hat in den letzten Monaten die Zinsen mehrfach angepasst, die Energiepreise machen mal wieder Kapriolen (wer diesen Sommer schon die Klimaanlagen-Rechnungen gesehen hat, weiß wovon ich rede), und die Lohnentwicklung bleibt unsicher. Gleichzeitig gibt es ja durchaus verschiedene Lager: Die einen erwarten, dass wir uns dauerhaft bei 2–3% einpendeln, andere warnen vor einem erneuten Anstieg in Richtung 4–5% wenn bestimmte Schocks eintreten.
Mich interessiert besonders: Wie gewichtet ihr diese Szenarien für eure eigene Planung? Ich frage deshalb, weil die beitragsproportionale Förderung im neuen Depot ja fix ist – egal ob Inflation 1% oder 5% macht. Der Realwert der Förderung variiert aber erheblich. Wer jetzt zum Beispiel den Berufseinsteigerbonus nutzen kann, sollte das meiner Meinung nach in jedem Szenario möglichst früh tun.
Bei der ETF-Auswahl im Depot frage ich mich außerdem, ob man für verschiedene Inflationsszenarien unterschiedliche Schwerpunkte setzen sollte oder ob ein breit gestreuter Welt-ETF letztlich in allen Szenarien die robusteste Lösung bleibt.
Freue mich auf eure Einschätzungen!
Markus
Hallo Markus,
danke für deine ausführliche Einschätzung! Ich bin gerade selbst dabei, mich neu zu orientieren nach einer langen Auszeit, und finde das Thema ehrlich gesagt etwas überwältigend.
Was mich bei deiner Frage beschäftigt: Ich weiß eigentlich nicht, wie ich zuverlässig zwischen 2% und 4% Inflation planen soll – das machen ja selbst Experten falsch. Deshalb tendiere ich dazu, nicht zu viel auf ein Szenario zu wetten.
Der Punkt mit dem breit gestreuten Welt-ETF klingt für mich, die ich nach 12 Jahren Pause vorsichtig wieder anfange, eigentlich am vernünftigsten. Lieber robust in allen Szenarien als optimal in einem. Bin halt kein Profi mehr und möchte keine unnötigen Fehler machen.
Die Förderung mitzunehmen sobald das Depot 2027 startet macht Sinn – da stimme ich dir zu. Ob 1% oder 5% Inflation: Den Zuschuss lieber früh sichern als abwarten.
Habt ihr konkrete ETF-Empfehlungen die auch für risikoscheue Einsteiger passen?
LG, C.