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Sparplan einfach weiterlaufen lassen beim nächsten Crash?

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Bernd K.
Beiträge: 9
Themenstarter
(@rentendepot42)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#50]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade intensiv mit dem neuen Altersvorsorgedepot 2027 und überlege, wie ich mich mental und strategisch auf Crashphasen vorbereiten soll. Ich bin kein erfahrener Börsianer, habe bisher hauptsächlich klassisch gespart und möchte ab 2027 ernsthaft mit einem ETF-Sparplan in das neue Depot einsteigen.

Jetzt lese ich immer wieder verschiedene Meinungen: Die einen sagen, einfach stur weitersparen und gar nicht drauf schauen. Andere empfehlen, in Crashphasen die Sparrate gezielt zu erhöhen, um die günstigen Kurse mitzunehmen. Und dann gibt es noch die Stimmen, die sagen, man solle den Aktienanteil kurz vor der Rente schrittweise reduzieren.

Mich interessiert vor allem: Wie plant ihr das konkret für das Altersvorsorgedepot 2027? Gibt es da besondere Regelungen oder Mechanismen, die einen im Fall eines Crashes schützen – oder ist man da genauso exponiert wie bei einem normalen Depot? Ich weiß, dass das Produkt erst 2027 startet, aber ich möchte jetzt schon wissen, wie ich mich strategisch aufstellen soll.

Außerdem: Habt ihr einen bestimmten Prozentsatz Rücklagen außerhalb des Depots, damit ihr in einer Krise nicht gezwungen seid, Anteile zu verkaufen?

Bin gespannt auf eure Erfahrungen und Überlegungen. Danke schonmal!


4 Antworten
Markus H.
Beiträge: 21
(@markus_h_1985)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Also ich seh das ehrlich gesagt etwas anders als H.Bergmann oben. Der Notgroschen-Ansatz ist natürlich richtig, aber ich glaube viele unterschätzen, wie schwer es psychologisch ist, einfach stur weiterzumachen wenn das Depot 30% im Minus ist. Ich hab das 2020 erlebt – Papier-Verluste von zig Prozent innerhalb von Wochen, und dann sitzt du da und fragst dich, ob du noch mehr einzahlen sollst.

Für das Altersvorsorgedepot 2027 würde ich mir vorher wirklich überlegen, wie viel Volatilität ich *wirklich* aushalten kann, nicht nur theoretisch. Wer das noch nicht erlebt hat, sollte vielleicht mit einer etwas defensiveren Aufteilung starten und erst später den Aktienanteil hochfahren, wenn man ein Gefühl dafür entwickelt hat.

Die Idee die Sparrate im Crash zu erhöhen klingt gut auf dem Papier – aber has du dann wirklich das extra Geld flüssig? Im schlimmsten Fall läuft ein Crash parallel zu nem Jobverlust oder anderen Kosten. Urlaub ist gerade auch für mich grad Thema und ich merk, dass ich solche Eventualitäten öfter vergesse einzuplanen.


Antwort
H.Bergmann
Beiträge: 63
(@h-bergmann)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Gute Frage, die ich mir beim Altersvorsorgedepot auch schon gestellt habe. Ich hatte dazu schon einiges im Kontext der Kostenstruktur überlegt – wer langfristig investiert, sollte wissen, was Schwankungen im Verhältnis zu den laufenden Kosten eigentlich bedeuten. Dazu hatte ich hier im Kosten-Thread schon etwas geschrieben.

Zur eigentlichen Frage: Ich bin Freiberufler und für mich ist die Frage der Liquidität außerhalb des Depots absolut zentral. Ein Notgroschen von mindestens 3-6 Monatsausgaben auf einem separaten Tagesgeldkonto ist für mich keine Diskussion – das ist Voraussetzung, bevor auch nur ein Euro in einen Sparplan fließt. Nur so kann ich sicherstellen, dass ich im Crash nicht verkaufen muss, weil gerade ein Auftrag wegbricht.

Beim Altersvorsorgedepot 2027 gibt es nach aktuellem Stand keine eingebauten Crash-Schutz-Mechanismen im klassischen Sinne – der staatliche Vorteil liegt in der Förderung und dem Steuervorteil beim Ansparen, nicht in einer Kapitalgarantie. Das heißt: Die Strategie muss man selbst mitbringen. Stur weiterzahlen ist für die meisten langfristig die vernünftigste Variante. Sparrate temporär erhöhen ist sinnvoll, wenn man das Geld wirklich übrig hat – aber nicht auf Pump oder zulasten des Notgroschens.


Antwort
CodeInvestor_87
Beiträge: 52
(@codeinvestor_87)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Stur weiterlaufen lassen. Automatisierung ist psychologische Hygiene. Wer anfängt, in Crashphasen manuell einzugreifen, verliert meistens.

Ich hab mir dazu mal durchgerechnet (im Einzahlungsrhythmus-Thread hatte ich das Thema auch schon angesprochen): Wer monatlich per Sparplan einzahlt und den Plan in den letzten großen Crashs einfach durchgezogen hat, hat fast immer besser abgeschnitten als jemand, der versucht hat, den Markt zu timen. Die Zahlen sind eindeutig. Der Feind ist nicht der Crash – der Feind ist das eigene Bauchgefühl beim Tief.


Antwort
M.Steinbach
Beiträge: 35
(@m-steinbach)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich habe mich im Thread zu Indexfonds vs. aktiv gemanagte Fonds schon mit der Produktstruktur des Altersvorsorgedepots befasst. Was das Crash-Thema angeht: Es gibt nach aktuellem Diskussionsstand beim neuen Depot keine Pflicht zu einem Beitragserhalt wie bei alten Riester-Verträgen. Das ist der wesentliche Unterschied – und der hat Konsequenzen in beide Richtungen.

Positiv: Kein Anbieter muss künstlich umschichten, um eine Garantie zu erfüllen. Das hat bei Riester in Niedrigzinszeiten dazu geführt, dass Gelder in renditearme Anleihen umgeschichtet wurden, genau dann wenn man günstig Aktien hätte kaufen können.

Negativ: Man trägt das volle Marktrisiko selbst. Wer kurz vor Rentenbeginn einen starken Einbruch erlebt, hat keine Garantie, die das abfedert.

Mein Ansatz für das 2027-Depot: Gleitpfad-Strategie. Also mit wachsendem Alter den Aktienanteil schrittweise reduzieren. Nicht pauschal, sondern an die verbleibende Ansparzeit angepasst. Dafür braucht man keine ausgefeilten Tools – eine einfache Tabelle reicht.


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