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[Gelöst] TER vs. Effektivkosten im Altersvorsorgedepot – was zählt wirklich?

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Stefan87
Beiträge: 40
Themenstarter
(@stefan87)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#69]

Moin zusammen,

ich beschäftige mich seit einer Weile intensiv mit der Kostenoptimierung im Altersvorsorgedepot und merke, dass viele Sparer nur auf die TER schauen – also die Gesamtkostenquote des ETFs. Ich finde aber, dass das zu kurz gedacht ist, gerade wenn man das Altersvorsorgedepot ab 2027 wirklich effizient nutzen will.

Bei mir war das am Anfang auch so: Ich hab einfach den ETF mit der niedrigsten TER genommen und dachte, fertig. Dann hab ich angefangen, die Effektivkosten des Gesamtdepots zu vergleichen – also inklusive Depotgebühren des Anbieters, Orderkosten beim Sparplan, Tracking Difference des ETFs usw. Da können sich zwischen verschiedenen Anbietern schnell 0,2–0,4% Unterschied pro Jahr ergeben, was über Jahrzehnte erheblich ist.

Mein aktueller Ansatz: Ich schaue primär auf die Tracking Difference (nicht TER), vergleiche die Depotkosten des Anbieters und rechne dann durch, welche Kombination unterm Strich die günstigste ist. Beim Standarddepot im Altersvorsorgedepot hat man ja nicht immer freie ETF-Wahl, das schränkt manchmal ein.

Meine Fragen an euch:
- Wie geht ihr bei der Kostenanalyse vor?
- Habt ihr konkrete Erfahrungen, wo die Effektivkosten deutlich von der TER abgewichen sind?
- Lohnt sich der Aufwand oder ist das Overengineering?

Bin gespannt auf eure Erfahrungen, besonders von Leuten die schon länger dabei sind.

Grüße, Stefan


1 Antwort
Marco K.
Beiträge: 32
(@marco89)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Stefan, das Thema kenne ich gut – ich hab das für mich auch systematisch durchgerechnet, nachdem ich gemerkt hab dass TER allein einfach nicht aussagekräftig genug ist.

Kurz mein Ansatz: Ich nutze die Tracking Difference als Hauptindikator für ETF-Kosten, kombiniert mit den Anbietergebühren aufs Depot. Beim Vergleich mehrerer Anbieter für das Altersvorsorgedepot hab ich festgestellt, dass die Spreizung bei den Gesamtkosten tatsächlich erheblich sein kann – besonders wenn man kleine Sparraten hat, weil dann Mindestordergebühren überproportional ins Gewicht fallen.

Ein Punkt den ich ergänzen würde: Die Steuerliche Behandlung im Altersvorsorgedepot 2027 ist auch Teil der Effektivkostenrechnung. Die nachgelagerte Besteuerung bei Entnahme kann je nach individueller Situation die reine Kostenoptimierung beim ETF in den Hintergrund rücken – da hab ich mir anderswo schon mal Gedanken drüber gemacht.

Overengineering? Nein, würd ich nicht sagen. Bei 30+ Jahren Laufzeit macht 0,3% p.a. Unterschied in den Effektivkosten einen signifikanten Betrag aus. Der Aufwand lohnt sich einmalig, danach läuft der Sparplan eh automatisch.


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