Hallo zusammen,
ich bin seit 15 Jahren in der Finanzberatung tätig und helfe gerne bei Fragen zur Förderberechtigung des neuen Altersvorsorgedepots. Aber ehrlich gesagt bin ich gerade selbst verwirrt bei einem Thema, das mir immer wieder von Klienten gestellt wird:
Wir sind jetzt Oktober, die Inflationsrate ist deutlich gesunken, aber noch nicht bei 2% angekommen. Viele meiner Kunden fragen jetzt: Wenn ich ab Januar 2027 mit meinem AVD starte und eine klassische Versicherungskomponente mit, sagen wir, 3,5% Nominalzins wähle – wie viel bleibt mir davon real übrig, wenn wir mit 2–2,5% Inflation rechnen?
Aber noch wichtiger: Wie unterscheidet sich das konkret vom alten Riester-Modell? Und wie soll ich meinen Klienten erklären, dass ein vermeintlich niedriger Realzins bei langen Sparfristen trotzdem noch sinnvoll sein kann?
Mich interessiert besonders, wie die Grundzulage und beitragsproportionale Förderung dabei die Rechnung verändern. Bin dankbar für klare Erklärungen!
Markus, gute Frage. Als Rentner schaue ich mir das gerade auch an für meine Kinder mit Kinderzulage ab 2027. Der Knackpunkt ist: Der Realzins (Nominalzins minus Inflationsrate) sagt dir, ob deine Kaufkraft wächst oder schrumpft. Bei 3,5% nominal und 2,5% Inflation bleiben dir nur 1% Realrendite – klingt mickrig, aber über 40 Jahre mit Zinseszins und staatlicher Förderung läppert sich das zusammen. Das Riester-Modell hatte ähnliche Probleme, deshalb die Reform. Die beitragsproportionale Förderung im AVD 2027 ist transparenter – du siehst direkt, wie viel Zuschuss du bekommst und wie der reingerechnet wird. Für deine Kunden wichtig: Klassische Versicherungen schützen dich vor Marktvolatilität, aber eben um den Preis dieser moderaten Realrendite. Wer inflationssicherer fahren will, braucht höheren Aktienanteil. Ich habe das auch in meinem Thread zur nachgelagerten Besteuerung diskutiert.