Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade systematisch mit den mathematischen Grundlagen für die Depot-Planung ab 2027 und bin dabei auf das Konzept des Realzins gestoßen. Mir ist klar, dass Nominalzins minus Inflationsrate = Realzins ist, aber bei der praktischen Anwendung bin ich unsicher.
Meine Frage: Wenn ich z.B. einen ETF-Sparplan mit erwarteter nominaler Rendite von 6% plane und die Inflation bei durchschnittlich 2% liegt, kann ich einfach mit 4% Realrendite kalkulieren? Oder gibt es bei der Berechnung über längere Zeiträume (40+ Jahre) Effekte, die ich übersehe?
Und noch wichtiger: Wie unterscheidet sich die Realzinsrechnung zwischen klassischen Garantieprodukten im AVD 2027 (die ja fest verzinst sind) und aktienbasierten ETF-Strategien? Bei Garantieprodukten ist die Nominale Rendite fix, aber die reale Rendite wird dann durch unvorhergesehene Inflation aufgezehrt – richtig?
Für meine Depot-Optimierung ist das entscheidend. Danke für Erklärungen!
Gute Frage, Marc. Das Prinzip ist einfacher als gedacht, aber die längerfristigen Implikationen sind tückisch.
Deine Grundformel stimmt für grobe Überschläge: Nominalrendite minus Inflation ≈ Realrendite. Bei längeren Zeiträumen wird's aber komplizierter wegen des Zinseszinseffekts – die exakte Formel ist (1 + nominal) / (1 + inflation) - 1. Bei deinen 6% vs. 2% macht das aber praktisch keinen riesigen Unterschied.
Der entscheidende Unterschied zwischen Garantieprodukten und ETFs: Bei Garantieprodukten im AVD 2027 ist deine Nominalrendite fix. Wenn die Inflation dann überraschend auf 3,5% steigt, verlierst du Real-Kaufkraft – das ist das Risiko. ETF-Strategien sind da flexibler: Bei Inflation reagieren Aktien oft besser (nicht immer perfekt, aber langfristig historisch stabil), während Anleihen-ETFs leiden.
Für deine 40-Jahres-Planung: Mit realistischen 3-4% echtem Realwachstum (nach Inflation, auch nach Kosten) erreichst du mit ETF-Sparplänen solide Kaufkrafterhalt. Garantieprodukte allein: deutlich knapper.