Hallo zusammen,
ich bin gerade dabei, meine alte Riester-Versicherung abzulösen und mich aufs neue Altersvorsorgedepot ab 2027 vorzubereiten. Nach 15 Jahren Pause beim Thema Geldanlage hab ich gemerkt, dass sich ja einiges getan hat – besonders bei den Zinsen.
Meine Frage: Ich höre überall, dass Anleihen jetzt wieder rentabel sind, weil die Zinsen gestiegen sind. Das ist ja auch im Vergleich zu früher deutlich attraktiver. Aber wenn ich mir die Zertifizierungsanforderungen fürs neue Depot anschaue, gibt es ja durchaus ETF-basierte Varianten, die auch mit hohem Aktienanteil gelistet sind.
Jetzt bin ich unsicher: Sollte ich mit 50+ Jahren tatsächlich noch einen größeren Anleihen-Block ins Depot nehmen, weil die Zinsen endlich wieder anständig sind? Oder ist das eher eine Falle, wenn die Zinsen wieder fallen? Wie seht ihr das – macht ein gemischtes Portfolio mit aktuellen Anleihe-Renditen Sinn, oder sollte ich eher auf diversifizierte ETFs setzen?
Freue mich auf eure Erfahrungen!
Interessante Frage! Ich bin auch gerade dabei, mich mit dem Depotstart auseinanderzusetzen, und das Thema Anleihen beschäftigt mich gleichermaßen – allerdings aus einem anderen Blickwinkel, weil ich mit 45 Jahren nochmal von vorne anfange.
Bei den aktuellen Zinsen würde ich ehrlich sagen: Ein moderater Anleihen-Anteil in einem zertifizierten Portfolio macht durchaus Sinn, aber nicht als großer Block. Es kommt auf deinen genauen Anlagehorizont an. Du hast ja noch 15–20 Jahre bis zur Rente, das ist immer noch ein respektabler Zeithorizont für Aktien-ETFs.
Was ich gelernt habe: Anleihen geben aktuell endlich wieder ein reales Polster, aber ein Depot nur wegen der Zinsen in Richtung Rente zu fahren, ist meist ein Fehler. Die Zertifizierungsvorgaben sind ja flexibel genug, dass man auch hier auf qualitativ gute ETF-Mischungen gehen kann.
Meine Strategie: Ich plane, mit 60/40 (Aktien/Anleihen-Mix) zu starten und das dann langsam auszubalancieren. Aber das muss zu deinem Risikoprofil passen. Hast du schon eine konkrete Rendite-Erwartung im Kopf?