Moin zusammen,
ich bin Anfang 30 und möchte 2027 direkt mit dem neuen Altersvorsorgedepot starten. Systematisch sparen ist mir wichtig – ich plane monatlich was reinzufahren und dann einfach laufen zu lassen.
Meine Frage: Ich interessiere mich besonders für Immobilien-ETFs, weil ich da gerne mitgenommen sein will bei der Entwicklung, ohne selbst als Vermieter tätig zu sein. Das ist ja jetzt im geförderten Depot möglich, richtig?
Aber hier mein echtes Problem: Wenn ich mir monatlich Geld reinholen und über verschiedene ETFs (z.B. Core-Depot + Immobilien-ETFs + vielleicht noch Anleihen) verteilen will, brauche ich da wirklich eine App mit automatischen Rebalancing-Erinnerungen? Oder ist das eher was für Perfektionisten? Welche Apps machen das zuverlässig und wo kann ich die Immobilien-Komponente sauber tracken, ohne dass die App nach 2-3 Jahren nicht mehr updatet wird?
Vor allem: Ist automatisches Rebalancing bei Immobilien-ETFs sinnvoll, oder sollte ich das manuell im Blick behalten?
Danke für Tipps!
Guter Einstiegspunkt, Jan. Erst mal zur Grundlage: Ja, Immobilien-ETFs sind ab 2027 förderanrechenbar im AVD, aber nur wenn sie bestimmte Anforderungen erfüllen – nicht einfach jeder Immobilien-ETF. Das solltest du vorher klären, sonst trackt deine App zwar perfekt, aber die Förderung ist weg.
Zum Rebalancing: Bei monatlichen Sparraten ist automatisches Rebalancing oft gar nicht nötig. Du bringst ohnehin regelmäßig Geld rein und kannst das direkt richtig verteilen. Kompliziert wird es eher, wenn Kursbewegungen deine geplante Aufteilung zu sehr verschieben. Dann ja, macht eine Erinnerung Sinn – aber nicht täglich, eher quartalsweise.
Welche App zuverlässig bleibt: Das ist die unbequeme Wahrheit – gerade kleine Fintech-Apps verschwinden oder werden nicht mehr gepflegt. Schau mal, ob dein Broker selbst ein ordentliches Tracking-Tool hat. Das ist oft untergepflegt, aber es stirbt nicht einfach aus.
Datengetriebene Antwort, Jan: Ich habe da gerade ne kleine Analyse gemacht, welche Apps bei ETF-Renten-Strategien überhaupt saubere Rebalancing-Vorschläge machen können.
Bei Immobilien-ETFs speziell: Die meisten Apps können damit noch gar nicht richtig umgehen, weil die Datenquellen – besonders für kleinere oder regionale Immobilien-ETFs – lückenhaft sind. Automatische Erinnerungen sind dann weniger das Problem als dass die App dir einen sauberen Rebalancing-Plan gar nicht geben kann.
Mein Vorschlag: Schreib dir selbst ne kleine Tabelle. Ja, analog oder in Excel. Für Immobilien plus 2-3 andere ETFs ist das 5 Minuten pro Quartal, und du siehst genau, was der Stand ist. Die ganzen Apps sind für 20-30 Positionen gedacht, nicht für dein Einsteigerportfolio. Wenn du später komplexer wirst, dann erst zur App.
Hallo Jan,
als Vater von zwei Kindern schau ich mir auch gerade alle Tools an – bei dir kommen ja noch keine Kinderzulagen an (vermute ich), aber das zeigt: die Tools sind noch nicht optimal aufeinander abgestimmt.
Zur Rebalancing-Automatik: Ehrlich? Mach das manuell. Bei Immobilien-ETFs plus Sparquoten ist das eh nicht trivial zu automatisieren. Dafür müsste die App ja verstehen, dass deine nächste Sparrate am 15. kommt und vorher nicht rebalancieren sollte.
Welche App – das hängt auch davon ab, wo du 2027 dein Depot eröffnest. Manche Broker liefern bereits Beta-Versionen ihrer AVD-Apps. Da solltest du vorher checken, ob Immobilien-ETFs dort schon richtig klassifiziert sind.
Ganz wichtig: Frag bei der Eröffnung, ob die App Zulagen und Steuerersparnis korrekt ausweist. Das ist wichtiger als irgendwelche Erinnerungen.