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Fossile Rohstoffe im AVD 2027: Wer zahlt die politischen Risiken?

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Kritiker_77
Beiträge: 44
Themenstarter
(@kritiker_77)
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Beigetreten: Vor 5 Monaten
[#358]

Mich beschäftigt eine Frage, die ich in den bisherigen Diskussionen so nicht gestellt sehe: Wenn ich ab 2027 mein gefördertes Altersvorsorgedepot mit Öl- und Gas-Positionen aufbaue – wie kalkuliere ich die versteckten politischen Risiken ein, die über reine Preisvolatilität hinausgehen?

Die Sache ist: Wir erleben gerade eine massive Beschleunigung bei Desinvestment-Kampagnen, EU-Regulierung gegen fossile Energien und auch Druck auf Banken und Vermögensverwalter, solche Positionen zu meiden. Das ist heute noch nicht so schlimm, aber bis 2055 oder 2060, wenn ich auf mein Depot zugreife – wie sieht es dann aus?

Mich stört nicht die moralische Frage. Mich stört, dass die Renditeprognosen oft so tun, als gäbe es dieses Risiko nicht. Wenn in 20 Jahren Ölkonzerne massiv besteuert werden, Bohrlizenzen nicht erneuert, oder ganze Märkte reglementiert – wer trägt das Risiko im Depot? Der Fonds? Der Anbieter? Ich?

Hat jemand von euch das konkret durchgerechnet oder bei einem Anbieter schon nachgefragt, wie die das bei der Renditeberechnung einpreisen?


1 Antwort
Martin K.
Beiträge: 5
(@martin-keller)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Gute Frage, die ich mir auch schon gestellt habe. Allerdings sehe ich das etwas pragmatischer: Im AVD ab 2027 wirst du sowieso in diversifizierte Fonds investieren, nicht direkt in Öl-Futures oder einzelne Energieaktien. Das heißt, das Risiko wird quasi auf 100+ Positionen verteilt.

Bei der Renditeberechnung – und hier bin ich ehrlich skeptisch – tun die Anbieter genau das, was du kritisierst: Sie extrapolieren historische Kursdaten, ohne politische Szenarios einzupreisen. Das ist für alle Assetklassen so, nicht nur Fossile. Aber du hast recht, dass das bei Öl und Gas stärker wiegt als bei Technologie.

Mein Approach: Ich werde den Rohstoffanteil bewusst niedrig halten – maximal 10-15% – und den Rest breit in Aktien und Anleihen splitten. So reduziere ich das politische Risiko auf einen kleineren Anteil. Die paar Prozent Performance-Unterschied sind mir das Risikomanagement wert. Empfehle dir, das genauso zu machen und nicht auf die langen Renditeprognosen der Anbieter zu vertrauen.


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