Hallo zusammen,
als frischgebackener Rentner beschäftige ich mich gerade intensiv mit dem Geförderten Altersvorsorgedepot 2027 und einer wichtigen praktischen Frage: Wie problemlos funktioniert eigentlich ein Anbieterwechsel? Ich bin derzeit noch bei meiner Hausbank untergebracht, möchte aber 2027 zu einem günstigeren Anbieter wechseln – nicht wegen Rendite, sondern weil die Effektivkosten dort deutlich besser sind. Das Standarddepot mit beitragsproportionaler Förderung interessiert mich, und ich rechne damit, dass die Gebührenersparnis über 20 Jahre Rentenbezug erheblich sein könnte.
Meine konkrete Frage: Habt ihr bereits einen Wechsel durchgemacht oder bereitet den für 2027 vor? Wie kompliziert war die Übertragung? Wie lange hat es gedauert? Gab es Probleme bei der Förderung während des Wechsels? Und vor allem: Wie vergleiche ich die Effektivkosten zwischen den Anbietern wirklich fair, wenn die Gebührenstrukturen so unterschiedlich sind?
Freue mich über ehrliche Erfahrungsberichte – gerne auch negative, falls es problematisch war.
Viele Grüße,
Helmut
Helmut, das ist genau die richtige Frage für deine Situation. Bei der Effektivkostenrechnung musst du drei Ebenen unterscheiden: (1) Depotgebühr, (2) Fonds-TER und (3) versteckte Transaktionskosten beim Rebalancing. Für den Wechsel selbst: Die Übertragung dauert typischerweise 5–10 Arbeitstage bei Brokern. Kritisch ist, dass du während dieser Zeit nicht von der monatlichen Förderung partizipierst – die läuft also quasi ins Leere. Mein Tipp: Wechsel zum Monatsanfang, sodass die erste Förderüberweisung beim neuen Anbieter zeitlich passt. Ich habe mir die APIs der größten Anbieter angesehen – die Schnittstellen sind eigentlich standardisiert. Problemlos sollte es sein, wenn du bei zwei depotfähigen Anbietern bleibst.
Ich bin in einer ähnlichen Situation wie du – bin nämlich gerade aus einer langen Pause bei der Altersvorsorge wieder eingestiegen. Der Gedanke, jetzt gleich bei einem günstigen Anbieter zu starten und nicht erst später wechseln zu müssen, spricht eigentlich dafür, das schon 2027 richtig zu machen. Was ich gelernt habe: Die großen Direktbroker wie Trade Republic oder Scalable Capital machen den Umzug tatsächlich ziemlich schmerzlos. Die Gebühren beim Depot-Umzug fallen weg, und die Kommunikation mit den alten Anbietern übernehmen sie. Nur bei Versicherungen oder Sparkassen kann es zäher werden – da habe ich gelesen, dass die teilweise intern 3–4 Wochen brauchen. In diesem Thread habe ich das auch schon mal diskutiert.
Zu den Effektivkosten: Das ist tatsächlich knifflig, weil die Gebührenmodelle so unterschiedlich sind. Mein Ansatz ist datengetrieben – ich rechne für verschiedene Szenarien (500€, 1.000€, 2.000€ monatliche Sparrate) durch, wie die Gesamtkosten über 30 Jahre aussehen. Dabei zählen nicht nur die jährlichen Gebühren, sondern auch Spread bei der Geldanlage und wie häufig Rebalancing nötig ist. Beim Wechsel: Das sollte frictionless sein, wenn beide Anbieter standardkonform arbeiten. Das größere Risiko ist, dass in den 1–2 Wochen Übertrag die Marktentwicklung läuft und du antizyklisch wieder einsteigst. Das ist aber ein reines Timing-Problem, keine Anbieter-Problem. Wichtig: Checke, ob der neue Anbieter deine ETF-Auswahl komplett übernimmt oder ob es zu Positionskonflikten kommt.