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Anbieterwechsel beim Altersvorsorgedepot - lohnt sich das oder Stress pur?

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Monika67
Beiträge: 9
Themenstarter
(@monika67)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen
[#36]

Hallo zusammen,

ich sitze gerade hier und plane meine nächsten Schritte für das neue Altersvorsorgedepot, das ja ab Januar 2027 starten soll. Ich bin 59 Jahre alt und habe noch knapp 6-7 Jahre bis zur Rente, also ist das Thema für mich wirklich relevant.

Meine Frage: Wenn man erstmal bei einem Anbieter mit dem Altersvorsorgedepot anfängt – sagen wir bei einer Direktbank – und dann nach ein paar Jahren merkt, dass ein anderer Anbieter deutlich günstigere Konditionen hat oder ein besseres ETF-Angebot: Ist ein Wechsel während der Ansparphase überhaupt sinnvoll? Und vor allem: Wie funktioniert das technisch?

Ich frage mich konkret:
- Kann man das Depot mit dem geförderten Guthaben (also inklusive der staatlichen Zulagen) einfach zu einem anderen Anbieter übertragen?
- Verliert man dabei Zulagen oder Steuervorteile?
- Gibt es Wechselgebühren die den Vorteil wieder zunichte machen?
- Muss man alles verkaufen und neu kaufen oder gibt es eine Depotübertrag-Möglichkeit?

Ich frag das auch deshalb, weil ich jetzt im Sommer Zeit hab, das alles in Ruhe durchzudenken bevor es im Winter auf einmal hektisch wird wenn alle gleichzeitig Depots eröffnen wollen.

Hat jemand Erfahrungen aus früheren Riester-Wechseln die man hier vielleicht übertragen könnte? Oder weiß jemand wie das beim neuen Altersvorsorgedepot geregelt sein soll?

Danke schon mal!


7 Antworten
VorsorgeMentor67
Beiträge: 26
(@vorsorgementor67)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Gute Frage, Monika – ich hab mich damit auch schon beschäftigt, besonders im Kontext der Kostenstrukturen. Beim klassischen Riester war ein Anbieterwechsel bekanntlich erlaubt, aber oft mit empfindlichen Kosten verbunden. Der Gesetzgeber hat beim neuen Altersvorsorgereformgesetz zumindest die Intention geäußert, Portabilität besser zu regeln als beim alten Riester-System.

Das Guthaben inklusive Zulagen soll grundsätzlich übertragbar sein – also kein Zulagenanspruch verfällt allein durch den Wechsel. Aber: Ob die einzelnen ETF-Positionen in Sachform übertragen werden können (sogenannter Depotübertrag in Natura) oder ob alles liquidiert werden muss, hängt von den jeweiligen Anbietervereinbarungen ab. Das ist ein wichtiger Punkt, den viele unterschätzen, weil beim Verkauf und Rückkauf Spread-Kosten entstehen.

Für jemanden mit 6-7 Jahren Restlaufzeit würde ich besonders genau rechnen: Bei kurzem Anlagehorizont können Wechselkosten einen etwaigen Kostenvorteil beim neuen Anbieter schnell auffressen. Ich hab hier im Forum schon ETF-Kosten verstehen - was kostet mich das Altersvorsorgedepot wirklich? dazu einiges geschrieben – die Grundprinzipien gelten beim Wechsel genauso.


Antwort
Thomas77
Beiträge: 28
(@thomas77)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Ich sehe das etwas nüchterner als die Vorposter. Ein Wechsel ist kein Drama, wenn man ihn bewusst plant. Aus steuerlicher Sicht verliert man beim Übertrag keine bereits gewährten Zulagen – das ist gesetzlich abgesichert, war schon beim Riester so und wird beim neuen System nicht schlechter sein.

Die relevante Frage ist aber eine andere: Warum überhaupt wechseln? Wenn man von Anfang an einen kostengünstigen Anbieter wählt – niedrige Depotgebühren, breite ETF-Auswahl, keine Ausgabeaufschläge – dann gibt es eigentlich kaum einen Grund zum Wechseln. Ein Wechsel sollte immer eine aktive Entscheidung mit klarer Kosten-Nutzen-Rechnung sein, kein emotionales 'da drüben ist's grüner'.

Besonders bei Ihrer Situation mit überschaubarem Zeithorizont bis zur Rente: Stabilität und Planbarkeit sind oft wertvoller als ein marginaler Kostenvorteil beim Konkurrenten. Beim alten Riester hab ich selbst zweimal gewechselt und würde das heute anders machen.


Antwort
RentenPro67
Beiträge: 17
(@rentenpro67)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Ich möchte hier nochmal einen Punkt betonen der bisher etwas unterging: die sogenannte 'wertlose Übergangszeit' beim Wechsel. Beim alten Riester kannte ich Fälle wo das Geld 4-8 Wochen komplett aus dem Markt war – also weder beim alten noch beim neuen Anbieter investiert. Das ist besonders unangenehm wenn gerade eine Marktphase kommt die man verpasst.

Für Monika mit 59 Jahren und begrenzter Ansparzeit noch ein weiterer Gedanke: Ab einem gewissen Alter wird der Anlagehorizont so kurz dass man auch die Frage stellen sollte ob überhaupt der risikobehaftete ETF-Anteil noch passt – das ist dann relevanter als die Frage ob man den Anbieter wechselt.

Grundsätzlich würde ich sagen: Einmal wechseln kann sinnvoll sein wenn die Kostendifferenz wirklich substanziell ist (z.B. 0,3-0,5% TER-Unterschied pro Jahr). Mehrfaches Hin-und-Herwechseln macht fast nie Sinn. Lieber von Anfang an den richtigen Anbieter wählen – das spart Zeit, Nerven und Geld.


Antwort
WalterSchmidt
Beiträge: 11
(@walterschmidt)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Kurz und knapp: Wechsel ja, aber nur mit Stift und Taschenrechner vorher. Ich hab beim Depot-Thema gelernt dass man die Apps und Tools nutzen soll um sowas durchzurechnen – einfach mal schauen ob der Vorteil beim neuen Anbieter die Wechselkosten nach X Jahren wieder reinholt.


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