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Lange Sparfrist + Inflation: Wann ist Umschichten sinnvoll?

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S.Hofmann
Beiträge: 55
Themenstarter
(@s-hofmann)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten
[#110]

Hallo zusammen,

ich bin gerade wieder ins Berufsleben eingestiegen und beschäftige mich intensiv mit meiner Altersvorsorge ab 2027. Eine Frage treibt mich um: Ich habe noch knapp 35 Jahre bis zur Rente. Bei der aktuellen Inflationslage frage ich mich, ob ich von Anfang an aggressiver in Aktien-ETFs gehen sollte oder ob ich erst mit klassischeren Produkten starten und später umschichten.

Mich interessiert besonders, wie die nachgelagerte Besteuerung hier reinspielt. Wenn ich früh Gewinne mache und die dann bis zur Rente liegen, zahle ich am Ende auf einen deutlich höheren Betrag Steuern – aber ich habe auch 35 Jahre Zinseszinseffekt. Umgekehrt: Wenn ich konservativ starte und die Inflation mich aufzehrt, rette ich mich auch nicht mit Steuern.

Wie geht ihr da mental um? Entspannt bleiben und durchhalten, oder schon jetzt die Asset-Allocation überlegen? Und wie würdet ihr das mit der beitragsproportionalen Förderung kombinieren – zählt da auch die Rendite rein oder nur der Eigenbeitrag?

Danke für eure Gedanken!


4 Antworten
TechMike_92
Beiträge: 42
(@techmike_92)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Hey S.Hofmann, gute Frage. Ich hab mir das ähnlich überlegt und bin zu dem Ergebnis gekommen: Bei 35 Jahren brauchst du einfach den Aktien-Anteil, sonst frisst dir die Inflation alles weg. Ich starte 2027 mit dem Berufseinsteigerbonus direkt mit 70% Aktien-ETFs, 30% klassisch. Das ermöglicht mir, die volle Förderung mitzunehmen und gleichzeitig den Inflationsschutz zu haben. Die Steuern auf Gewinne sind dann zwar höher, aber lieber 20% Steuer auf 100k als 0% Steuer auf 40k real.

Zur Förderung: Die ist unabhängig von deiner Rendite – sie wird auf den Eigenbeitrag berechnet. Das ist eigentlich das Schöne daran.


Antwort
Laura K.
Beiträge: 29
(@laurak89)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Also ehrlich: 35 Jahre sind einfach verdammt lang. Wenn du heute anfängst zu sparen und die ganze Zeit mit 2-3% Anleihen-Rendite rechnest, hast du real überhaupt nichts mehr. Die nachgelagerte Besteuerung ist zwar blöd, aber das Problem haben wir alle gleich. Was mich mehr nervt sind die versteckten Kosten im ETF – TER, Spreads, alles zusammen – das frisst auch Jahr für Jahr was weg. Mein Rat: Geh bei der Quote nicht zu wild rauf, aber ganz weg von Aktien kannst du dir nicht leisten. Und ja, die Förderung wird auf den Beitrag berechnet, nicht auf Gewinne.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 24
(@markus8460)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Schöne Gedanken, aber ich sehe das pragmatischer: Du kennst deine Rendite nicht. Niemand kennt sie. Statt bei 35 Jahren rumzurechnen, wie sehr Inflation dich auffrisst oder Steuern dich auszehren – einfach strukturiert sparen, regelmäßig, mit dem Berufseinsteigerbonus 2027 starten und dann schauen, wie es läuft. Der größte Fehler ist, nicht anzufangen oder andauernd umzubauen. Mein Plan für meinen jüngeren Bruder ist deswegen auch simpel: Spart regelmäßig ein, Grundzulage kassieren, ETF-Quote die ganze Zeit halten. Fertig.


Antwort
SabineM42
Beiträge: 43
(@sabinem42)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Liebe S.Hofmann, ich bin ja ähnlich in der Situation wie du – nach 15 Jahren Pause wieder rein. Was ich gelernt habe: Psychologisch ist es wichtig, nicht zu konservativ zu starten. Die neuen AltZertG-Regelungen helfen ja auch dabei, dass die Produkte transparenter werden. Mein Plan: Ich starte mit 60% Aktien-ETFs und bleibe dann mindestens 5 Jahre dabei, ohne zu zappeln. Die Förderung rechne ich kalt: Sie fließt rein, und dann lasse ich es wachsen. Umschichten mache ich erst, wenn sich meine Lebensumstände ändern, nicht wegen Marktlage.

Inflation ist ein reales Problem, aber Überreaktionen auch.


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