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Notgroschen auf Tagesgeld parken während Altersvorsorgedepot läuft?

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TechMax_89
Beiträge: 1
Themenstarter
(@techmax_89)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen
[#36]

Moin zusammen,

ich grübel gerade über meine Gesamtstrategie und hoffe auf ein paar Meinungen aus der Runde.

Ab 2027 will ich ernsthaft ins Altersvorsorgedepot einsteigen, ETF-basiert, möglichst voll ausschöpfen was an Förderung geht. Soweit klar. Aber ich frage mich, wie ich den Notgroschen daneben organisiere.

Moment sind die Tagesgeld-Zinsen ja eher... naja. Die EZB hat ja in letzter Zeit einiges bewegt, aber wirklich attraktiv ist das Tagesgeld gerade nicht mehr. Und bei Inflation von sagen wir 2-2,5% verliere ich real an Kaufkraft, wenn das Geld dort nur so rumliegt.

Andererseits: Den Notgroschen brauche ich ja genau dann, wenn's brennt – Autoreparatur, kaputte Klimaanlage (bei dem Sommer gerade wirklich kein Witz), whatever. Dann will ich nicht erst ETFs verkaufen und auf Abwicklung warten.

Also meine Fragen:
1. Macht Tagesgeld für den Notgroschen trotz magerer Zinsen Sinn, oder gibt's Alternativen die ähnlich liquide aber besser verzinst sind?
2. Wie viel Monatsgehälter packt ihr da rein, bevor das Altersvorsorgedepot Vorrang hat?
3. Beißt sich das eigentlich mit der Logik des Altersvorsorgedepots oder ergänzt es sich?

Würde mich freuen wenn ihr eure Gedanken teilt. Bin kein Finanzprofi, aber das Thema beschäftigt mich schon eine Weile.


4 Antworten
HermannH_55
Beiträge: 16
(@hermannh_55)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Da muss ich ETFsparplan34 teilweise widersprechen – oder zumindest ergänzen.

Die Frage ob Tagesgeld 'sinnvoll' ist hängt für mich davon ab was man unter sinnvoll versteht. Als Renditeinstrument: nein, eindeutig nicht. Der Realzins ist negativ wenn Inflation bei 2,5% liegt und das Tagesgeld bei 1,8 oder sowas. Da verliert man real.

Aber darum geht es beim Notgroschen ja gar nicht. Der Sinn eines Notgroschens ist nicht Rendite, sondern Handlungsfähigkeit. Das war schon immer so. Ich bin da altmodisch: lieber etwas Kaufkraft verlieren als im falschen Moment gezwungen sein, Anlagen aufzulösen.

Wie viel Monate? Ich persönlich halte mehr als die üblichen drei Monatsgehälter für sinnvoll – gerade Selbständige oder Leute mit unregelmäßigem Einkommen sollten eher sechs Monate einplanen. Ich hab das Thema Selbständigkeit und Planbarkeit auch schon woanders im Forum angesprochen, die Puffer-Frage ist da nochmal anders gelagert als bei Angestellten.

Und zur dritten Frage: Das Altersvorsorgedepot und der Notgroschen beißen sich überhaupt nicht. Das sind verschiedene Zeithorizonte, verschiedene Zwecke. Man fängt erst mit vollem Depot-Beitrag an wenn der Notgroschen steht – in dieser Reihenfolge.


Antwort
ETFsparplan34
Beiträge: 19
(@etfsparplan34)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Kurze Antwort: Ja, Tagesgeld für den Notgroschen macht Sinn – und zwar genau deswegen weil du ihn sofort brauchst wenn's schiefläuft. Das ist kein Renditeinstrument, das ist Sicherheitspuffer. Die beiden Dinge sollte man nicht vermischen.

Ich hab das bei mir so gelöst: 3 Nettomonatsgehälter Tagesgeld, fertig. Alles was drüber hinausgeht wandert in Richtung langfristige Anlage. Sobald das Altersvorsorgedepot 2027 startet, wird der monatliche Sparbetrag komplett dahin umgeleitet.

Alternativen zum Tagesgeld die ähnlich liquide sind? Ehrlich gesagt nicht wirklich. Geldmarkt-ETFs gehen in die Richtung, aber die haben minimale Kursschwankungen und sind nicht dasselbe wie Tagesgeld auf dem Konto. Für einen echten Notgroschen würde ich das nicht nehmen. Hab mich damit auch im Finvesto/DKB-Thread etwas umgeschaut, da ging's zwar ums Depot selbst, aber die Frage Liquidität vs. Langfristanlage kam auch auf.

Kurz: Notgroschen und Altersvorsorgedepot sind zwei komplett verschiedene Töpfe. Nicht optimieren wollen was nicht optimiert werden soll.


Antwort
Thomas-Weber
Beiträge: 12
(@thomas-weber)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Ich seh das pragmatisch: Tagesgeld für den Notgroschen ist alternativlos wenn man wirklich sofortige Verfügbarkeit braucht. Punkt.

Geldmarkt-ETFs klingen verlockend weil die Rendite minimal besser ist, aber mal ehrlich – im Ernstfall dauert die Abwicklung trotzdem 1-2 Tage, und je nach Depot kann's auch mal länger sein. Beim Tagesgeld ist das Geld am nächsten Werktag auf dem Girokonto. Das ist der Unterschied.

Zu den Kosten des Altersvorsorgedepots hab ich mich schon öfter geäußert (z.B. im Thread zum Kostendeckel), da geht's um andere Dinge – aber auch dort gilt: man muss die Produktzwecke sauber trennen. Das Altersvorsorgedepot ist auf 20-30+ Jahre ausgelegt, der Notgroschen auf morgen. Mischst du das, verlierst du auf beiden Seiten.

Drei Nettogehälter als Faustformel halte ich für solide. Wer Eigenheim hat oder mit größeren unplanbaren Ausgaben rechnet (Klimaanlage, Heizung, Auto) eher vier bis fünf. Das ist kein Luxus, das ist Risikomanagement.


Antwort
Frank_78
Beiträge: 30
(@frank_78)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Jop, Tagesgeld für den Notgroschen – da gibt's eigentlich nix zu diskutieren. Macht man so, fertig.

Nur eins noch: Ich seh manchmal Leute die sagen 'ich optimier den Notgroschen weg weil die Zinsen so schlecht sind' und dann sitzt das Geld im Depot und wenn die Klimaanlage abraucht (bei dem Sommer gerade mehr als realistisch...) wird halt erstmal auf Pump gekauft oder ETF verkauft. Beides blöd.


Antwort
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