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Kostendeckel von 1,2% - gilt der für alle Gebühren oder nur Verwaltung?

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Monika67
Beiträge: 9
Themenstarter
(@monika67)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen
[#31]

Hallo zusammen,

ich bereite mich schon mal auf 2027 vor und lese überall vom Kostendeckel bei geförderten Altersvorsorgeprodukten. Aber so richtig verstehe ich nicht, was da genau drunter fällt. Die 1,2% pro Jahr - ist das nur die reine Verwaltungsgebühr oder sind da auch Ausgabeaufschläge, Depotgebühren, eventuell sogar Transaktionskosten mit drin?

Bei meiner jetzigen Riester-Rente zahle ich nämlich 5% Abschlusskosten plus 1,8% jährliche Verwaltung plus diverse Kleingebühren. Das summiert sich ganz schön. Wenn der neue Kostendeckel wirklich ALLE Kosten umfasst, wäre das ja traumhaft. Aber ich befürchte, die Anbieter finden wieder irgendwelche Schlupflöcher.

Gerade jetzt im Sommer, wo ich mehr Zeit habe mich damit zu beschäftigen, möchte ich das einmal verstehen. Hat jemand von euch schon genauer in die Gesetzestexte geschaut? Welche Kosten fallen konkret unter den Deckel und welche nicht?

Danke schon mal für eure Hilfe!
Monika


4 Antworten
Kritikus_78
Beiträge: 13
(@kritikus_78)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Der Kostendeckel von 1,2% bezieht sich auf die Gesamtkostenquote (TER), nicht nur auf die Verwaltungsgebühr. Das ist ein wichtiger Unterschied zu vielen aktuellen Produkten. Abschlusskosten werden allerdings separat geregelt - da gibt es eine Verteilungspflicht über mindestens 10 Jahre, aber die fallen nicht unter den 1,2%-Deckel.

Ich hatte das hier schon mal angesprochen - die Kosten werden deutlich transparenter als bei der aktuellen Riester-Rente. Depotgebühren und Standard-Transaktionskosten müssen in die TER eingerechnet werden.

Trotzdem sollte man aufpassen: Zusatzleistungen wie Garantien oder Beratung können extra berechnet werden. Die Details stehen im Paragraf 12a des Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetzes.


Antwort
Stefan-Mueller
Beiträge: 4
(@stefan-mueller)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Hi Monika,

der Kostendeckel ist wirklich eine der besten Neuerungen. Endlich Transparenz! Was Thomas sagt stimmt - bei ETF-Produkten wird's richtig interessant, weil da wenig Spielraum für hohe Gewinnmargen bleibt.

Ein Detail noch: Performance-Fees (erfolgsabhängige Gebühren) sind bei geförderten Produkten komplett verboten. Das ist auch ein riesiger Fortschritt gegenüber vielen aktuellen Fonds.

Deine Riester-Kosten von über 2% werden definitiv der Vergangenheit angehören!


Antwort
S.Bergmann
Beiträge: 27
(@s-bergmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Hallo Monika,

Kritikus_78 hat das schon gut erklärt. Ich ergänze noch: Die 1,2% sind wirklich eine Obergrenze für die laufenden Kosten, aber Achtung bei den Abschlusskosten! Die dürfen zwar nicht mehr in einer Summe abgezogen werden wie früher, aber über 10 Jahre verteilt können sie trotzdem anfallen.

Was mich persönlich stört: Beratungskosten können zusätzlich berechnet werden. Wenn du also nicht nur online abschließt, sondern dir Beratung holst, kann das extra kosten. Das steht dann aber klar auf dem Produktinformationsblatt.

Von den aktuellen 5% Abschlusskosten plus 1,8% jährlich kommst du aber definitiv runter - das ist schon mal sicher.


Antwort
Thomas-Weber
Beiträge: 12
(@thomas-weber)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Moin,

eine wichtige Ergänzung: Bei ETF-basierten Produkten müssen auch die ETF-eigenen Kosten in die 1,2% eingerechnet werden. Das heißt, wenn ein ETF schon 0,2% kostet, bleiben dem Anbieter nur noch 1,0% für seine Dienstleistungen.

Das wird die Produktlandschaft ordentlich durchrütteln. Viele teure Konstrukte werden einfach nicht mehr möglich sein.


Antwort
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