Hallo zusammen,
bin jetzt seit der Rente dabei, mir mit Dividendenaktien ein kleines Nebeneinkommen aufzubauen. Bisher hab ich das eher spontan gemacht - mal hier was gekauft, mal da was verkauft. Jetzt wo die Beträge langsam größer werden, mach ich mir Gedanken wegen dem Finanzamt.
Meine Frage: Ab welchen Summen wird das Finanzamt eigentlich aufmerksam? Ich höre immer wieder verschiedene Zahlen - manche sagen ab 801€ Freibetrag, andere meinen erst ab viel höheren Beträgen interessiert sich das FA für Privatanleger.
Und wie dokumentiert ihr eure Käufe und Verkäufe? Reichen die Abrechnungen von der Bank oder sollte man zusätzlich noch was führen? Bei mir sammelt sich langsam ein ziemlicher Stapel Papiere an, und ich bin mir nicht sicher, was davon wirklich wichtig ist.
Plane jetzt im Sommer mal Ordnung in die Unterlagen zu bringen, bevor es nächstes Jahr ernst wird mit der Steuererklärung. Habt ihr da Tipps für einen Rentner, der sich mit der Materie noch nicht so auskennt?
Vorsicht bei der Beratung hier! Das Finanzamt bekommt ALLE Daten von der Bank übermittelt, nicht erst ab bestimmten Beträgen. Die denken nur, dass unter dem Freibetrag nichts zu holen ist.
Aber: Wenn du regelmäßig handelst, kann das schnell als gewerblicher Handel eingestuft werden - dann wird's richtig teuer! Kriterium ist nicht nur die Höhe, sondern auch Häufigkeit und Haltedauer.
Mein Rat: Lass die Finger von zu aktivem Trading und konzentrier dich auf langfristige Dividendenwerte. Sonst rutschst du vom Kapitalertrag in die Einkommenssteuer.
Da muss ich Kritikus teilweise widersprechen - so dramatisch ist es nun auch nicht.
Gerhard, solange du nicht täglich handelst und keine Kredite für Käufe aufnimmst, bleibst du im Privatvermögen. Die Abgrenzung zum Gewerbe ist nicht so schnell erreicht wie manche denken.
Zur Dokumentation: Die Bankabrechnungen sind völlig ausreichend. Ich hab mir zusätzlich eine einfache Excel-Tabelle gemacht mit Datum, Aktie, Kauf-/Verkaufspreis. Geht schnell und gibt nen guten Überblick.
Und der Tipp mit dem Freistellungsauftrag ist gold wert - optimal auf die Depots verteilen spart richtig Geld!
Hallo Gerhard,
die 801€ sind der Sparerpauschbetrag - darüber wird automatisch Abgeltungssteuer fällig. Die Bank meldet aber grundsätzlich alle Kapitalerträge an das Finanzamt, egal wie hoch.
Für die Dokumentation reichen normalerweise die Jahressteuerbescheinigungen der Bank. Die bekommst du automatisch bis Ende Februar. Zusätzlich würde ich noch die Kaufbelege aufheben, falls mal Fragen zu den Anschaffungskosten kommen.
Ein Tipp: Wenn du verschiedene Depots hast, solltest du einen Freistellungsauftrag optimal verteilen. Und bei meinen Riester-Erfahrungen hab ich gelernt, dass gute Dokumentation wirklich wichtig ist.
Einfach alle Belege chronologisch abheften, dann bist du auf der sicheren Seite.