Hallo zusammen, ich bin 28 und mache mir langsam Gedanken zur Altersvorsorge. Bin Freiberufler in der IT und zahle natürlich keine Rentenbeiträge. Das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 interessiert mich sehr – aber ich hab ne echte Sorge: Was ist, wenn mein Einkommen mal wegbricht? Krankheit, Auftraggeber springen ab, was auch immer.
Als Selbständiger ohne gesetzliche Rente bin ich im Grunde völlig auf mich selbst gestellt. Wenn ich jetzt anfange, regelmäßig ins Altersvorsorgedepot einzuzahlen, brauche ich ja auch noch nen Notfallfonds extra – oder? Und wie groß sollte der sein für jemanden wie mich? Das klassische Risikomanagement sagt ja 3-6 Monate Lebenshaltungskosten, aber bei Selbständigen ist doch alles volatiler.
Wie geht ihr da vor? Habt ihr neben dem Depot noch ne separate Rücklagen-Strategie? Und: Wie berücksichtigt ihr dieses Einkommensrisiko bei eurer Geldanlage im Depot selbst? Muss ich konservativer anlegen, weil ich nicht auf ne sichere Rente zählen kann?
Freue mich auf erfahrene Tipps!
Das ist eine sehr wichtige Frage – gerade für Selbständige! Ich bin ja auch am Thema Förderung sehr interessiert, aber das Grundgerüst muss stimmen. Für dich würde ich ehrlich sagen: Mindestens 6 Monate, eher 9. Der Grund ist einfach – deine Aufträge schwanken, und wenn eine große Zusammenarbeit endet, brauchst du Spielraum zum Akquirieren.
Das Altersvorsorgedepot ist dann der zweite Schritt. Erst die Sicherheit, dann die langfristige Vermögensbildung. Und ja, ich würde bei der Depotstruktur etwas konservativer bleiben als jemand mit festem Gehalt – vielleicht 65-70% statt 80% Aktien, je nachdem wie volatil deine Aufträge sind.
Gute Punkte hier im Thread. Aus meiner Beratungserfahrung: Viele Selbständige unterschätzen, dass sie ab 2027 auch als Förderberechtigung im Altersvorsorgedepot relevant sind – unter bestimmten Grenzen. Das eröffnet dir ja Spielraum. Aber ja, die Absicherung muss vorher klappen. Krankentagegeld + Notfallfonds + dann erst Altersvorsorge – das ist die richtige Reihenfolge.
Moment – ich muss hier skeptisch nachfragen. Ihr redet alle von 6-9 Monaten Notfallfonds, aber bei Selbständigen ist das oft unrealistisch oder sogar kontraproduktiv. Warum? Weil die Aufbauzeit zu lange dauert und die Opportunitätskosten real sind.
Ich würde differenzieren: Welche Art von Selbständigkeit? IT-Freiberufler wie du hast bessere Chancen, schnell was Neues zu finden. Dann reichen 3-4 Monate vielleicht. Krankentagegeldversicherung nicht vergessen – das ist dein echtes Risikomanagement, nicht extra Barreserven.
Mit Verlaub – bei 28 Jahren ist dein Zeithorizont lang genug, um auch mit Schwankungen umzugehen. Das ist aus meiner Rentner-Sicht wichtig zu sehen.