Hallo zusammen, ich bin dabei, meine Strategie fürs neue Altersvorsorgedepot ab 2027 zu planen. Als Projektmanager habe ich wenig Zeit für tägliches Monitoring, daher interessiert mich ein pragmatischer Aufbau.
Meine Frage: Macht es Sinn, einen Teil meines Depots (sagen wir 10–15%) als Tagesgeld zu halten, um psychologisch besser mit Kursrückgängen umzugehen? Ich denke dabei nicht an einen klassischen Notfallfonds außerhalb, sondern an einen integrierten Verlustpuffer innerhalb des Depots.
Hintergrund: Ich plane, mit dem Standarddepot zu starten und die Grundzulage vollständig zu nutzen. Aber wenn der Markt mal 20% fällt, hätte ich gerne die Möglichkeit, nachzukaufen – ohne dass ich panisch werde, weil alles im Minus ist.
Frage an euch: Kostet mich das zu viel Rendite übers Leben hinweg? Oder ist es bei einem 35-40-jährigen Sparhorziont ein vernünftiger Kompromiss zwischen Sicherheitsgefühl und Effektivkosten?
Danke für eure Einschätzungen!
Gute Frage, Marcus – das beschäftigt viele Sparer. Ich würde aber hier differenzieren: Ein Verlustpuffer im Depot und ein Notfallfonds außerhalb sind zwei verschiedene Dinge.
Wenn du 10–15% Tagesgeld *im* Depot hältst, veränderst du faktisch dein Asset-Allocation-Profil. Das Tagesgeld bringt aktuell 3–4%, deine ETFs werden langfristig hoffentlich 7–8% bringen. Über 35 Jahre verlierst du damit real ein bis zwei Prozentpunkte annualisiert – das ist erheblich.
Für die psychologische Komponente: Das verstehe ich, aber es gibt elegantere Lösungen. Mein Tipp – und das habe ich auch in einem anderen Thread schon erwähnt – führe einen echten Notfallfonds von 6 Monaten Lebenshaltung separat, außerhalb des Depots. Das ist deine psychologische Sicherheit. Das Depot selbst bleibst du konsequent durch, auch wenn's mal 25% runtergeht.
Bei der Grundzulage und Effektivkosten ist Kontinuität ohnehin wichtiger als Market-Timing. Lass das Tagesgeld raus, spar dir die Renditeabgabe.