Hallo zusammen, ich bin 28, arbeite in einer stabilen Position und habe endlich beschlossen, meine Altersvorsorge ernst zu nehmen. Ab Januar 2027 will ich mit dem neuen Altersvorsorgedepot starten – aber bei der ganzen Fondsanlage bin ich ehrlich gesagt total überfordert.
Meine Frage: Wie viel Risiko darf oder sollte ich als Einsteiger eigentlich fahren? Ich habe noch knapp 40 Jahre bis zur Rente, also theoretisch viel Zeit, um Schwankungen auszusitzen. Aber wenn ich online lese, sagen die einen "mit 28 kannst du 90% Aktien fahren", andere warnen vor zu viel Volatilität am Anfang, weil man dann psychologisch eingeknickt.
Ich verdiene gut, aber bin auch nicht mega-reich. Kann ich mir einen größeren Dip leisten oder sollte ich lieber konservativ starten und später aufstocken? Und wie genau beurteile ich, welche ETF-Mix wirklich zu mir passt? Gibt es da konkrete Faustregel oder muss ich das individuell berechnen?
Freue mich auf eure Erfahrungen!
Mit 28 Jahren und stabiler Einkommensposition hast du tatsächlich einen großen Vorteil – Zeit ist dein bestes Instrument. Bei 40 Jahren Sparphase bis zur Rente würde ich dir tatsächlich empfehlen, mit einer höheren Aktienquote (75–90 %) zu starten. Das ist nicht reckless, sondern mathematisch sinnvoll.
Aber hier der wichtige Punkt: Risikotragfähigkeit ist nicht gleich Risikotoleranz. Du könntest technisch 90% fahren, aber die psychologische Komponente zählt. Wenn ein Crash dich so sehr belastet, dass du panikverkaufst, schadet dir die hohe Quote mehr als sie nutzt.
Meine Empfehlung: Starten mit 80% breit gestreutem Welt-ETF (z.B. MSCI World + EM) und 20% Anleihen oder Tagesgeld. Das ist kein Sicherheitsdenken, sondern ein Fundament, von dem aus du flexibel reagieren kannst. Wenn du mit Schwankungen gut klarkommst, kannst du die Quote ab 2028 easy erhöhen. Zeitrente vs. freie Anlage – nimm die freie, wenn du die Disziplin mitbringst.