Klumpenrisiko verme...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Klumpenrisiko vermeiden: Diversifikation im Altersvorsorgedepot

4 Beiträge
4 Benutzer
0 Reactions
14 Ansichten
Helmut F.
Beiträge: 0
Themenstarter
(@helmut_1958)
New Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#115]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade intensiv mit den Möglichkeiten des neuen Geforderten Altersvorsorgedepots ab 2027 und habe eine Frage zum Thema Klumpenrisiko, die mir nicht aus dem Kopf geht.

Als langjähriger Beobachter der Kapitalmärkte frage ich mich: Wie sinnvoll ist es wirklich, sich im Altersvorsorgedepot breit zu diversifizieren, wenn die meisten Standardlösungen ohnehin auf ähnliche ETF-Basisindizes setzen? Ich sehe da teilweise große Überschneidungen zwischen den angebotenen Produkten.

Meine konkrete Sorge: Wenn ich mit drei verschiedenen ETFs auf MSCI World, MSCI EM und europäische Indizes setze – habe ich dann wirklich mehr Sicherheit, oder bilde ich nur ein Klumpenrisiko auf der ETF-Seite nach? Und wie verhält sich das im Vergleich zu einem Garantieprodukt, das ja ebenfalls konzentriert angelegt ist?

Wie plant ihr das? Gibt es Richtwerte für Depot-Breite, ab denen es ineffizient wird?

Viele Grüße,
Helmut


3 Antworten
Lara F.
Beiträge: 31
(@larafischer)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Interessante Perspektive, Helmut! Ich bin zwar jünger und fahre noch etwas aggressiver, aber die Frage ist zeitlos.

Meine Erkenntnis aus früheren Diskussionen: Zwischen 3 und 6 ETFs ist für die meisten der Sweet Spot. Darunter wird's dünn, darüber zu komplex.

Was mir hilft: Nicht nach Produkt diversifizieren, sondern nach Asset-Klasse und Geografie. World + EM + Anleihen macht schon viel aus. Alles andere ist Feinschliff.

Lara F.


Antwort
Marco W.
Beiträge: 17
(@marco_1995)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Helmut,

du sprichst einen wichtigen Punkt an. Aus meiner Sicht im Finanzsektor: Diversifikation ist nicht per se schlecht, aber Pseudo-Diversifikation ist tückisch.

Deine Beobachtung mit den Überschneidungen im MSCI-World ist richtig – der ist ja auch schon hochkonzentriert (Top-10 machen über 30% aus). Das eigentliche Klumpenrisiko sitzt nicht im Dach, sondern in den einzelnen Mega-Cap-Tech-Aktien.

Für das AVD 2027 würde ich anders rangehen: Anstatt drei ETFs zu nehmen und zu hoffen, dass sie unterschiedlich sind, gezielt auf echte Diversifikation gehen – also World, EM, Anleihen und vielleicht noch eine kleinere Position in Infrastruktur oder Rohstoffen. Das kostet minimal mehr Gebühren, senkt aber real das Risiko.

Bei Garantieprodukten hast du recht: Anderes Risiko, aber auch konzentriert.

Marco W.


Antwort
C.Hoffmann
Beiträge: 24
(@c-hoffmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Hallo Helmut,

eine sehr gute Frage. Nach meiner langen Auszeit beschäftige ich mich gerade damit, wie ich 2027 vorsichtig wieder einsteigen kann – und Klumpenrisiko spielt da für mich auch eine Rolle.

Aus meiner Perspektive: Drei ETFs auf unterschiedliche Regionen sind für mich nicht zu viel, sondern eher das Minimum. Der Punkt ist nicht, dass jeder ETF völlig unterschiedlich ist, sondern dass die Regionen und Sektoren nicht perfekt korrelieren. Europa, USA und Emerging Markets reagieren doch unterschiedlich auf Krisen.

Was mich beruhigt: Im Garantieprodukt läuft alles über einen Anbieter – das ist auch Klumpenrisiko, nur anders. Bei ETFs halte ich wenigstens physische Werte.

Meine Strategie ist: Drei breite ETFs (World, EM, Staatsanleihen) und dann lieber Ruhe haben als ständig zu jonglieren.

Viele Grüße,
C.Hoffmann


Antwort
Teilen: