Hallo zusammen, ich bin seit Jahren in ETFs unterwegs und freue mich auf das neue Altersvorsorgedepot 2027 als Ergänzung zu meinem bestehenden Depot. Aber ich hab ne konkrete Sorge, die mich beim Risikomanagement beschäftigt:
Ich bin Selbständiger und habe keine gesetzliche Rente. Das heißt, mein Einkommen ist variabel – gute Jahre, schlechte Jahre. Jetzt frag ich mich: Wie gehe ich sinnvoll damit um, dass ich einerseits langfristig aggressiv sparen möchte für meine Altersvorsorge, andererseits aber Verdienstausfälle auffangen muss, ohne ständig aus dem Depot greifen zu müssen?
Soll ich parallel einen größeren Notfallfonds aufbauen, bevor ich richtig ins AVD 2027 einsteige? Oder ist das zu konservativ gedacht? Wie handhaben das andere Selbständige hier? Geht ihr mit ETF-Strategien unterschiedlich vor, wenn das Einkommen nicht garantiert ist? Mich interessiert auch, ob die Förderung im AVD das berücksichtigt oder ob das komplett separat zu betrachten ist.
Sehr berechtigte Frage, Matthias. Das ist tatsächlich eine der klassischen Stolperfallen für Selbständige beim neuen Depot. Kurz gesagt: Die Förderung im AVD 2027 ändert nichts daran, dass du als Selbständiger einen robusten Liquiditätspuffer brauchst – das ist eine separate Ebene.
Meine Erfahrung: Mindestens 6–9 Monate Betriebskosten sollten außerhalb des Depots liegen (Tagesgeld, Sparbuch), bevor du ernsthaft mit hohem Aktienanteil ins AVD gehst. Das ist deine Geschäftsrisiko-Absicherung. Danach kannst du beim Depot deutlich aggressiver fahren, weil du weißt: Wenn ein Auftrag wegfällt, greife ich nicht an den ETFs ran.
Die Förderquoten im AVD gelten unabhängig von deinem Einkommen – solange du die Sparrate einzahlst, bekommst du die Zuschüsse. Aber genau da liegt auch die Falle: Wenn dein Einkommen bricht, kannst du die Sparrate nicht halten und die Förderung verfällt. Deshalb erst Sicherheit, dann Rendite. Schau dir gerne meine Thread-Diskussionen zu dynamischen Sparraten an – da geht es um ähnliche Planungsfragen.