Hey zusammen,
ich bin gerade dabei, meine Strategie für das Altersvorsorgedepot 2027 festzulegen und merke, dass ich noch keine wirkliche Klarheit über die richtige Balance habe.
Mein Hintergrund: Ich bin 38, beruflich stabil, und habe noch knapp 27 Jahre bis zur Rente. Ich plane monatliche Sparbeiträge über einen ETF-Sparplan und interessiere mich für ein diversifiziertes Portfolio aus mehreren ETFs (World, EM, Small Cap, vielleicht auch Bond-Anteil).
Meine Frage ist eher grundsätzlich: Wie findet man für sich selbst heraus, ob die geplante Gewichtung wirklich passt? Ich habe verschiedene Online-Rechner gesehen, die ein Risikoprofil erstellen sollen, aber die fühlen sich irgendwie zu generisch an. Andererseits kenne ich auch Leute, die sagen, dass mit 38 Jahren und langem Horizont praktisch nur 100% Aktien Sinn machen – was ich aber unbewusst für zu extrem halte.
Wie habt ihr das konkret gelöst? Welche Kriterien waren für euch ausschlaggebend? Und wie häufig überprüft ihr eure Gewichtung noch nach?
Freue mich auf Input!
Gute Frage, Marcus. Ich bin anfang 30 und habe mir bewusst Zeit genommen, bevor ich 2027 starte. Mein Ansatz: nicht eine Gewichtung für 27 Jahre, sondern eine GLeitende Anpassung planen. Erste Phase 0-10 Jahre maximal aggressiv, dann je nach Lebenssituation anpassen. Zum Risikoprofil: ich finde, man sollte das an echten Szenarien testen – nicht an Fragebögen. Würdest du bei -30% im Jahr 3 wirklich durchhalten oder panikhaft umschichten?
Die Psychologie ist unterschätzt. Mathematisch macht 90% Aktien mit 27 Jahren Sinn. Aber wenn du bei -20% im Sparplan deine Sparbeiträge drosseln würdest – das ist kontraproduktiv. Besser ein Mix, bei dem du wirklich ruhig schlafen kannst und konsequent weitersparest. Hast du vielleicht noch Notfallfonds neben dem Depot? Das ändert auch die Risikofähigkeit deutlich.
Marcus, bei meiner Analyse der Kostenstrukturen ist mir aufgefallen, dass die Risikogewichtung oft Gebühren ignoriert. Mit 38 Jahren hast du Zeit für Volatilität, aber die Frage ist: Welcher konkrete ETF-Mix passt zu deiner Gebührenstruktur beim Broker? Ich würde erst mal 3 konkrete Portfolios modellieren (konservativ, mittel, aggressiv) und dann nicht das Risiko, sondern die erwartete reale Rendite nach Kosten vergleichen. Das ist objektiver als ein Gefühl.
Mit 26 bin ich halt erst am Anfang, aber ich merke schon: das ist total individuell. Ich werde sehr konservativ starten, weil ich noch unsicher bin, und dann mit der Zeit aggressiver – sobald ich die Mechaniken verstanden habe. Vielleicht auch ein Weg für dich: eine etwas konservativere Basis wählen, wenn du damit sicherer sparst?