Guten Tag zusammen,
ich bin Rentner und versuche mich momentan sehr intensiv mit dem neuen Altersvorsorgedepot 2027 auseinanderzusetzen. Ich möchte meiner Frau helfen, die neue Förderung optimal zu nutzen – besonders die Grundzulage und die beitragsproportionale Berechnung interessieren mich sehr.
Bei meiner Recherche bin ich auf verschiedene Depot-Tracking-Apps gestoßen, die zwei unterschiedliche Renditekennzahlen anzeigen: TTWROR (zeitgewichtete Rendite) und IZF (interner Zinsfuß, manchmal auch als IRR angegeben). Ich habe mir einige Erklärungen im Netz durchgelesen, aber ehrlich gesagt bin ich noch nicht ganz sicher, welche der beiden Kennzahlen mir für die Bewertung unserer Altersvorsorge wirklich weiterhilft.
Mein Verständnis ist ungefähr so: Der TTWROR soll unabhängig vom Zeitpunkt der Einzahlungen sein, also misst er quasi nur, wie gut der Fonds oder ETF selbst gelaufen ist. Der IZF hingegen berücksichtigt, wann ich wieviel eingezahlt habe – also auch ob ich zum falschen Zeitpunkt eine größere Summe investiert habe.
Für das Altersvorsorgedepot 2027, bei dem ja regelmäßige monatliche Beiträge plus die staatlichen Zulagen eingehen werden, frage ich mich nun: Welche Kennzahl sollte ich hauptsächlich im Blick behalten? Oder braucht man wirklich beide?
Ich freue mich über verständliche Erklärungen, gerne auch mit praktischen Beispielen. Danke schon mal!
Ich schließe mich Tobias weitgehend an. Für Sparpläne mit regelmäßigen Einzahlungen ist der IZF eigentlich die ehrlichere Kennzahl für den persönlichen Anlageerfolg.
Ein Beispiel das ich selbst erlebt habe: Wenn du kurz vor einem Kurseinbruch eine größere Summe investiert hast, sieht dein TTWROR gut aus (weil der Fonds sich insgesamt gut entwickelt hat), aber dein IZF ist bescheiden – weil du persönlich zum falschen Zeitpunkt viel Kapital reingesteckt hast.
Für das Altersvorsorgedepot 2027 mit monatlichen Beiträgen plus der beitragsproportionalen Zulage kommt noch eine Besonderheit hinzu: Die Zulage geht ja nicht gleichmäßig ein, sondern wird nachträglich gutgeschrieben. Das verzerrt den IZF im Jahresverlauf etwas, bis die Zulage wirklich gebucht ist. Das sollte man im Hinterkopf behalten.
Beide Kennzahlen gleichzeitig im Blick zu behalten macht also wirklich Sinn.
Ja, das sehen die anderen hier richtig. Ich würde noch ergänzen: Viele Leute verwechseln TTWROR mit der sogenannten "Fondrendite" aus Produktprospekten – die ist aber meist noch anders berechnet. Finger weg von einfachen Prozentzahlen ohne klare Methodenangabe, das hab ich schon bei Riester-Produkten erlebt wo man jahrelang Äpfel mit Birnen verglichen hat.
Für eure Situation – ihr plant ja das AVD 2027 für deine Frau – würde ich ganz konkret empfehlen: Schau dass die App, die ihr nutzen wollt, den IZF transparent ausweist und dabei auch Zulagenflüsse korrekt als Zuflüsse verbucht. Manche Apps rechnen Förderungen gar nicht ein und dann stimmt der IZF hinten und vorne nicht.
Das ist eine typische Stolperfalle die ich aus der Riester-Zeit kenne – da haben Sparer jahrelang eine scheinbar gute Rendite gesehen, weil die staatlichen Zulagen im Tracking fehlten.