Hallo zusammen,
sitze hier bei der Hitze und grüble über meine Altersvorsorge. Bin 45 und hab vor, ab 2027 ein Altersvorsorgedepot zu starten. Jetzt frag ich mich: soll ich mit 70% Aktien und 30% Anleihen fahren oder ist das zu konservativ?
Viele sagen ja, dass man bis 15 Jahre vor der Rente noch voll auf Aktien setzen kann. Aber ich bin halt schon nicht mehr der Jüngste und hab ehrlich gesagt auch nicht so die Nerven für große Schwankungen. Andererseits sind das noch 20 Jahre bis zur Rente, da könnte sich ein aggressiverer Ansatz schon lohnen.
Bin zur Zeit bei 100% MSCI World ETF im normalen Depot, aber beim Altersvorsorgedepot denk ich über mehr Diversifikation nach. Vielleicht 80/20 oder sogar 90/10? Oder bleibt es bei den 70/30?
Wie macht ihr das? Besonders die, die auch um die 45 sind oder waren. Habt ihr euch später geärgert, zu konservativ gewesen zu sein?
Gruß,
Günter
Günter, du machst dir zu viele Gedanken. Mit 45 Jahren und 20 Jahren bis zur Rente kannst du durchaus noch 80% oder sogar 90% Aktien fahren. Die Märkte haben langfristig immer nach oben tendiert.
Ich bin 73 und hab das in den letzten Jahrzehnten mehrfach erlebt. In meiner Zeit bei der Zulagenberatung hab ich oft gesehen wie sich Leute zu früh absichern und dann Rendite verschenken.
70/30 ist für jemanden in deinem Alter schon sehr defensiv. Du verschenkst Potenzial. Mindestens 80/20 würde ich empfehlen, besser noch mehr Aktienanteil.
Hi Günter,
ich war auch lange unschlüssig bei der Aufteilung. Bin jetzt 38 und hab mich für 85/15 entschieden - hauptsächlich weil ich noch etwas mehr Zeit hab als du.
Bei dir würde ich ehrlich gesagt bei 70/30 bleiben, wenn du sagst dass du nicht so die Nerven für Schwankungen hast. Das ist eine sehr solide Aufteilung und du schläfst nachts besser. In einer anderen Diskussion hier ging es auch um Risikobereitschaft und da wurde klar: was nützt die beste Rendite wenn man bei jedem Crash panisch verkauft?
20 Jahre sind noch lange genug für ordentliches Wachstum, auch mit 70% Aktienanteil. Und die 30% Anleihen geben dir halt die Ruhe die du brauchst.
LG Lisa
Muss Gerhard da widersprechen. Günter, wenn du schreibst dass du nicht so die Nerven für Schwankungen hast, dann ist 70/30 genau richtig.
Ich bin 46 und fahre 75/25 - funktioniert super. Du musst dich mit deiner Strategie wohlfühlen, sonst machst du Fehler wenn es mal bergab geht. Hab das schon oft gesehen.
20 Jahre sind noch genug Zeit für gute Erträge, auch mit etwas konservativerer Aufteilung. Besser konstant dabei bleiben als zwischendurch auszusteigen weil die Nerven blank liegen.