Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade intensiver mit der Frage, wie ich meinen künftigen Rohstoffanteil im Altersvorsorgedepot 2027 sinnvoll gewichten soll. Konkret geht es mir nicht darum, welche Rohstoffe ich nehme (Gold, Öl, Agrar etc. sind ja schon anderswo diskutiert), sondern um die Frage: Wieviel Prozent vom Gesamtdepot sollte überhaupt in Rohstoffe fließen?
Ich lese überall andere Empfehlungen – von 5% bis 20% ist alles dabei. Manche sagen, Rohstoffe sind reiner Inflationsschutz und keine echten Renditebringer, andere schwören auf eine feste Rohstoffquote als Stabilitätsanker.
Mich würden vor allem Erfahrungen interessieren von Leuten, die schon länger Rohstoffe im Depot haben: Hat sich eine bestimmte Gewichtung bei euch bewährt? Reagiert ihr aktiv auf Marktphasen oder bleibt ihr stur bei eurer Quote?
Der Hintergrund bei mir: Ich plane, ab 2027 das neue Depot als langfristigen Baustein zu nutzen und möchte die Rohstoffquote von Anfang an bewusst festlegen statt irgendwann wild reinzukippen. Ich bin kein Profianleger, interessiere mich aber ernsthaft für das Thema.
Freue mich über konkrete Erfahrungen oder auch Gegenmeinungen!
Viele Grüße
S. Hartmann
Ich bin da noch am Abwägen. Als jemand der noch relativ am Anfang steht (hab das hier im Forum auch schon im Kontext niedriger Nettolöhne besprochen, siehe Mit 1.800€ netto als Berufseinsteiger – lohnt sich das Depot überhaupt?) überlege ich erstmal ob ich nicht lieber alles in einen günstigen Welt-ETF stecke und Rohstoffe komplett weglasse. Der Inflationsschutz durch Rohstoffe klingt erstmal gut, aber wenn ich ehrlich bin versteh ich die Mechanismen dahinter noch nicht richtig. Lieber solide anfangen und später anpassen als von Anfang an zu viel Komplexität reinbringen.
Ich sehe das etwas anders als L.Weber38. Die 10%-Daumenregel kenne ich auch, aber ich glaube, die Gewichtung hängt massiv vom eigenen Zeithorizont ab. Wer noch 25-30 Jahre bis zur Rente hat, kann in Phasen hoher Rohstoffpreise auch mal temporär höher gehen – sagen wir 15% – und das später wieder runterfahren. Was mich beim Altersvorsorgedepot 2027 aber noch beschäftigt: Sind eigentlich alle Rohstoff-ETF-Typen förderfähig? Also auch Produkte die über Futures-Rollstrategien abbilden, nicht nur physisch hinterlegte? Das ist für mich noch eine offene Frage bevor ich mir über Gewichtungen Gedanken mache. Hatte das mal im Anbieter-Thread kurz angeschnitten (vgl. Welche neuen Anbieter fürs Altersvorsorgedepot habt ihr schon auf dem Schirm?), aber da kam keine abschließende Antwort.
Gute Frage, die ich mir ehrlich gesagt auch gestellt habe. Ich halte seit ein paar Jahren eine Quote von rund 10% in einem breiten Rohstoff-ETF – das fühlt sich für mich als Mischung aus Diversifikation und Inflationsschutz stimmig an. Mehr würde ich persönlich nicht machen, weil Rohstoffe eben keine laufenden Erträge produzieren – du verdienst nur, wenn die Preise steigen. Ob das im Altersvorsorgedepot 2027 genau so funktioniert wie im normalen Depot, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Ich hab mich zuletzt viel mit dem Riester-Wechsel beschäftigt (siehe auch meinen Beitrag im Thread Von Riester zum Altersvorsorgedepot - was passiert mit meinem Geld?) – die Rohstoffregelung dort ist meines Wissens noch nicht abschließend klar. Ich würde auf jeden Fall nicht zu Beginn mehr als 10% einplanen, und dann nach ein paar Jahren schauen wie sich das verhält.
Interessante Diskussion. Ich sehe das pragmatisch: Bei langen Laufzeiten (20+ Jahre) halte ich eine fixe Rohstoffquote von 5-10% für vernünftig, aber aktiv nachjustieren würde ich die nicht. Das kostet Zeit, erzeugt Transaktionskosten und im Altersvorsorgedepot gibts ja auch steuerliche Aspekte bei häufigen Umschichtungen die man beachten sollte. Was ich persönlich noch im Blick hab: Pflegereformkosten und wie ich die in der Gesamtvorsorge einplane – das macht mir ehrlich gesagt mehr Kopfzerbrechen als die optimale Rohstoffquote. Aber das ist vielleicht auch ne Frage des Lebensabschnitts.